Handball

Ein hartes Los für die Berliner Füchse im Europapokal

Die Berliner erwischen mit Porto, Skjern und Vojvodina im EHF-Cup schwere Gegner. Dennoch haben sie sich das Erreichen des Viertelfinals zum Ziel gesetzt und bieten die Ausrichtung des Final Four an.

Foto: Basting / pA/Sport Moments

Wenn das Los entscheidet, sind die Füchse stets auf alles gefasst. Ob im nationalen Pokal oder auch im europäischen Wettbewerb, mit Fortuna waren die Berliner Handballer in der Vergangenheit nur selten im Bunde. Und so waren es bange Blicke, die die Verantwortlichen am Donnerstag nach Wien gerichtet hatten, wo die vier Gruppen für den EHF-Pokal, dem zweitwichtigsten Klubwettbewerb nach der Champions League, ausgelost wurden. In der Gruppe C trifft der deutsche Pokalsieger auf den FC Porto, den dänischen Vizemeister Skjern Handbold und das serbische Team HC Vojvodina. „Unser Losglück ist uns hold geblieben“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning mit einem ironischen Unterton. „Wir haben fast genau die Teams zugelost bekommen, von denen wir vorher gesagt haben, dass wir sie nicht haben wollen.“

Die Gruppenphase beginnt Mitte Februar 2015, also zwei Wochen nach der WM in Katar. Die jeweils beiden besten Teams pro Gruppe ziehen in das Viertelfinale ein. Halbfinals und Endspiel steigen dann an einem Wochenende im Rahmen eines Final Four. In diesem Jahr fand das Finalturnier in der Max-Schmeling-Halle statt, die Füchse gewannen vor heimischer Kulisse Bronze. Auch jetzt wieder haben die Berliner ein klares Ziel vor Augen. „Eine deutsche Mannschaft muss immer ins Viertelfinale einziehen. Das ist ganz klar unser Anspruch“, sagt Hanning. Wer 2015 das Final Four ausrichtet, steht noch nicht fest. Die Füchse jedenfalls werden sich nicht aktiv um die Austragung bewerben, „aber wenn man uns will, dann stehen wir bereit. Dann kann die EHF gern auf uns zukommen“, erklärt Hanning.

Spiele beginnen Mitte Februar

Nachdem es in dieser Saison in der Bundesliga nicht zur Spitzengruppe reicht – die Füchse hängen nach der 26:30-Niederlage am Mittwoch beim SC Magdeburg auf Rang sechs der Bundesliga-Tabelle fest, allerdings ohne komfortables Polster auf die nachdrängenden Mannschaften – bekommt der EHF-Cup eine noch höhere Bedeutung. Hier wollen und können sie sich nun profilieren. Immerhin, um die Gruppenphase zu erreichen, hatte sich die von vielen Verletzungen geplagte Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson gegen den französischen Topklub HBC Nantes durchgesetzt. Ein Sieg für die Zukunft der Füchse. „Gerade die jungen Spieler brauchen in dieser Phase der Karriere auch die internationalen Spiele“, unterstreicht Coach Sigurdsson die Wichtigkeit des Weiterkommens. Klub-Präsident Frank Steffel sagt: „Der Patzer in der Bundesliga dürfte die Jungs für die europäischen Begegnungen besonders beflügeln, damit sie zeigen, was sie können. Das erklärte Ziel bleibt: so lange wie möglich auf dem europäischen Handball-Feld präsent sein.“

Nun also Porto, Skjern und Vojvodina. Vor allem die Dänen schätzt Hanning hoch ein, sie haben viele Nationalspieler in ihren Reihen, bieten einzig Kopenhagen die Stirn. Porto spielte letzte Saison gut in der Champions League. „Ein Leckerbissen“, frohlockt Hanning. Und Sigurdsson ergänzt, dass die Portugiesen „eine sehr starke Mannschaft mit einer guten Entwicklung über die letzten Jahre“ sind. Über die Serben wissen die Füchse nicht viel, da muss dann wohl ihr Spielmacher Petar Nenadic, der vor 28 Jahren in Belgrad geboren wurde, die Fühler in die alte Heimat ausstrecken. Hanning: „Rein sportfachlich ist das eine attraktive Gruppe.“