Kommentar

Mit dem Pokal wird Mut der Füchse Berlin belohnt

Die Füchse haben mit ihrem Pokalsieg bewiesen, dass es auch ohne viele Superstars geht. Wenn auch Heinevetter und Igropulo herausragten, war es doch ein Triumph des Teams, meint Alexandra Gross.

Foto: Axel Heimken / dpa

Die Sensation ist geschafft, die Füchse haben den ersten Titel ihrer Vereinsgeschichte gewonnen. Der Triumph in Hamburg ist der verdiente Lohn für die kontinuierliche und seriöse Arbeit der Berliner. Und er macht Lust auf mehr. Schon in fünf Wochen steht bereits die nächste Chance an, ein Final Four als Sieger zu beenden. In der Schmeling-Halle geht es um die europäische Handball-Krone im EHF-Cup. Wie es geht, wissen die Füchse jetzt.

Als Geschäftsführer Bob Hanning vor gut einem Jahr den bislang größten personellen Umbruch der Mannschaft und das hehre Ziel verkündete, die Königspositionen mit Nachwuchstalenten wie Fabian Wiede und Paul Drux zu besetzen, da zweifelte so mancher Experte an der Erfolgsaussicht. Immerhin haben seit Jahren Top-Vereine wie Kiel oder der HSV mit millionenschweren Weltstars Erfolg. Und letzterer ist natürlich auch der Anspruch der Füchse. Seit sich aber Hanning 2005 aufmachte, den Berliner Handball nach 21 Jahren aus dem Winterschlaf zu holen, gelten bei den Füchsen klare Prinzipien. Langsames wirtschaftliches Wachstum. Zudem setzen die Berliner auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses, führen diesen seither unbeirrt an das Profi-Geschäft heran. Und der Verein macht keine Schulden.

Dass es auch ohne viele Superstars geht, haben die Füchse jetzt mit dem Pokalsieg bewiesen. Auch wenn im Finale Silvio Heinevetter und Konstantin Igropulo herausragten, war es doch ein Triumph des Teams. Dieser Erfolg war nicht planbar, aber für ihren Wagemut wurden die Berliner jetzt belohnt. Durch den Pokal-Coup von Hamburg haben sie nicht nur Renommee erlangt – in einer erfolgshungrigen Sportstadt wie Berlin ist das von großem Wert –, sondern auch viel Erfahrung dazu gewonnen.

In Dagur Sigurdsson steht zudem ein Trainer bis zum Sommer 2017 an der Seitenlinie, der die Philosophie der Füchse jeden Tag lebt. Der Isländer fördert und fordert die Jugendlichen, die gerade mitten im Abitur stecken. Dank des Umzugs im Sommer 2013 ins Sportforum, in die neu geschaffene Füchse-Town, konnten die Strukturen weiter professionalisiert werden. Der Nachwuchs profitiert von der engen Zusammenarbeit mit dem Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB). Nur hier kann der Nachwuchs Handball und Lernstress unter einen Hut bekommen. Was dabei herauskommt, hat das Wochenende in Hamburg gezeigt.