Die beiden konnten einem leid tun. Mit traurigem Blick beobachteten Pavel Horak und Paul Drux von draußen, wie ihre Teamkollegen der Füchse Berlin am Mittwochabend den 27:24-Bundesligasieg gegen den SC Magdeburg auf dem Feld feierten. Noch ein kurzer Blick, dann humpelte Horak in die Kabine, es folgte ihm kurz danach Paul Drux, gestützt auf einen Betreuer. Am Donnerstagnachmittag wurden die Befürchtungen zur Gewissheit: Das Rückraum-Duo wird mit Fußverletzungen mindestens vier Wochen ausfallen.
Das ärztliche Bulletin von Mannschaftsarzt Dr. Jürgen Bentzin: Horak hat einen Einriss der Plantarfaszie am linken Fuß erlitten. Er muss bis auf Weiteres einen Gips tragen. Bei der Verletzung von Drux handelt es sich um einen Riss des rechten Außenbandes am Sprunggelenk.
Saisonziele in höchster Gefahr
Das ist ein herber Schlag für die Füchse: Ausgerechnet jetzt, wo die Spiele immer wichtiger werden. Es geht in den kommenden Wochen um den Einzug ins Final Four des EHF Cups, das am 18./19. Mai in Berlin stattfinden wird. Am Sonnabend muss man in Hlohovec (Slowakei) antreten. Am 26. Februar haben die Füchsen die Chance, mit einem Heimsieg gegen Lemgo das Final Four um den deutschen Pokal zu erreichen. Von der Bundesliga, wo es gilt, mindestens Platz fünf zu festigen, einmal ganz abgesehen.
Die Füchse sind in Not: Die Saisonziele geraten in höchste Gefahr. Zumal momentan ja auch noch Regisseur Bartlomiej Jaszka (Rücken) fehlt, ein Einsatz von Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen (Rehabilitation nach Knie-OP) ist gar nicht absehbar. „Bob Hanning, der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten bringt die Situation auf den Punkt: „Das ist Sch...!“
Ein Neuer wäre nicht für den EHF Cup spielberechtigt
Die Füchse müssen reagieren. Kommt ein neuer Spieler? Hanning sagt: „Wir müssen jetzt ganz, ganz schlau sein.“ Es käme auf keinen Fall in Frage, „dass wir einen blind holen“. Der potenzielle Neue wäre sowieso nicht im EHF Cup spielberechtigt. „Wir reden über vier, fünf Bundesligaspiele.“ Transferschluss für die Liga ist am Sonnabend. „Wir prüfen noch Optionen, aber schließlich haben wir genug eigene Talente im Verein. Ich bin auch bereit, die Jungen zu nehmen.“
Infrage käme für den Rückraum zum Beispiel Oliver Milde, der in der zweiten Mannschaft spielte, bevor er an den Zweitligisten Rostock ausgeliehen wurde. Er könnte zurückkommen. Jaron Siewert, 20, war schon gegen Chambery und Magdeburg dabei. Auch Kenji Hövels, 20, böte sich an. Aber die größte Last wird nun auf dem Spanier Iker Romero, 33, liegen. Selten war er so wertvoll wie heute.





