Handball

Schmerzvoller Derby-Sieg für die Berliner Füchse

Die Füchse haben das Duell in der Handball-Bundesliga gegen den SC Magdeburg für sich entschieden. Die Berliner gewannen 27:24 (15:9) und bleiben in der Tabelle Vierter.

Siege gegen den SC Magdeburg, im Ost-Derby, sind eben besonders schön. Entsprechend groß war der Jubel am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle nach dem 27:24 (15:9)-Erfolg der Füchse Berlin gegen das Team aus Sachsen-Anhalt. Aber es mischten sich auf Seiten der Füchse auch nachdenkliche Töne. Denn das Berliner Handballteam verlor in den letzten Minuten erst Pavel Horak (linker Fuß) und kurz darauf Paul Drux (rechter Fuß) mit Verletzungen. Ein teuer erkaufter Sieg. Geschäftsführer Bob Hanning schloss mit Blick auf die Verletzungssorgen der Berliner nicht aus, dass man bis zum 15. Februar noch einen Spieler nachverpflichten wird.

Zumindest über den Sieg waren die Berliner happy. „In der ersten Halbzeit haben wir perfekt gespielt, in der zweiten hatten wir Probleme, haben aber gekämpft ohne Ende“, sagte Iker Romero, mit fünf Treffern zweitbester Berliner Werfer hinter Fredrik Petersen (sechs). „Jeder hat sich geopfert“, lobte auch Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.

Während sich die Füchse unter den besten Fünf der Bundesliga etabliert haben (aktuell auf Rang vier), erfüllten sich beim siebtplatzierten SC die hohen Erwartungen bisher nicht. Im Dezember 2013 wurde Trainer Frank Carstens durch Uwe Jungandreas ersetzt. Aber was haben Tabellenpositionen schon zu sagen in diesem brisanten Derby? Wenn alles noch emotionaler ist, die Spieler noch konsequenter zur Sache gehen, die Zuschauer noch enthusiastischer sind.

Vergeblich hatten die 8447 Zuschauer (darunter gut 600 aus Magdeburg) schon beim Einspielen der Teams den Berliner Bartlomiej Jaszka gesucht. Der polnische Nationalspieler, Denker und Lenker im Füchse-Spiel, fehlte wegen Rückenproblemen. Fraglos eine Schwächung für die Berliner, die ja auch noch auf unbestimmte Zeit auf Sven-Sören Christophersen (Knieverletzung) verzichten müssen. Doch die beiden konnten es sich in der ersten Hälfte so richtig gemütlich auf der Tribüne machen. Iker Romero hatte Jaszkas Position in der Rückraum-Mitte eingenommen, er dirigierte sein Team, das mit 5:0 gleich einen Blitzstart hinlegte. Erst nach knapp sieben Minuten gelang dem SC der erste Treffer. Bis dahin waren die Magdeburger schon mehrere Male an Füchse-Torwart Silvio Heinevetter (Romero: „Wahnsinn, was er gehalten hat“) gescheitert. Der ehemalige Magdeburger zeigte wieder unglaubliche Paraden. Mit bis zu sieben Toren Differenz (13:6/14:7) setzten sich die hoch konzentrierten Berliner ab, zur Pause waren es noch sechs Treffer (15:9).

Nach dem Seitenwechsel war bei Berlin über lange Phasen die Souveränität weg. Es war dem phänomenalen Heinevetter (vier gehaltene Siebenmeter hintereinander) zu verdanken, dass der SC nur auf 16:12 herankam. An ihm richtete sich das Team auf. Bis zur 45. Minute hielten die Füchse den SC mit vier Toren (18:14) auf Distanz, aber die Gäste kamen heran: 19:17.

Den Berlinern schienen die Hände zu zittern. Doch dann bebte die Halle: Konstantin Igropulo, Petersen und zweimal Drux schlugen binnen zwei Minuten zu – 23:17 (51.). Es war die Entscheidung im Ost-Derby.