Bob Hanning, der Geschäftsführer der Füchse Berlin, strahlte übers ganze Gesicht. Er fühlte sich am Sonntag, an seinem 46. Geburtstag, reichlich beschenkt. Zum einen, weil seine Mannschaft mit einem 30:27 (14:13)-Erfolg gegen Chambery Savoie in die Gruppenphase des EHF Cups startete. Zum anderen aber auch, „weil so viele junge Spieler zum Einsatz kamen“. Beim Berliner Handballteam waren in Colja Löffler, Jonas Thümmler, Jaron Siewert, Paul Drux und Fabian Wiede gleich fünf Spieler dabei, die in der Vergangenheit oder noch aktuell in der von Hanning trainierten A-Jugend standen oder stehen. „Das war ein echtes Highlight“, freute sich das Geburtstagskind.
„Elementar wichtig“ sei der Sieg gegen den wohl stärksten Gruppengegner gewesen, so Hanning. „Wir können unseren Traum weiter leben.“ Als Gruppenerster oder als einer der besten drei Gruppenzweiten würden sich die Füchse direkt für die Endrunde um den Cup am 17./18. Mai in der Schmeling-Halle qualifizieren. Ziel ist der Titelgewinn.
Donnernder Applaus für Hanning
Während des Spiels hatte sich Hanning allerdings auch manchmal gewaltig geärgert. „Wir haben schon einige Schwächen gezeigt, die Silvio Heinevetter aber kompensiert hat“, erklärte er. Als einziger Füchse-Profi spielte der Nationaltorhüter über die gesamte Spielzeit auf höchstem Niveau. Oft wechselten bei Berlin Licht und Schatten. „Wir haben erst Stück für Stück unseren Rhythmus gefunden“, gab Trainer Dagur Sigurdsson zu. „Wir müssen uns steigern.“
Vor der Partie gegen den französischen Klub war es sehr freundschaftlich zugegangen, die beiden Franzosen Cyril Dumoulin und Kevin Nyokas wurden mit einem Geschenk bedacht – vor Kurzem hatten sie mit ihrer Nationalmannschaft den EM-Titel gewonnen. Hanning bekam an seinem Ehrentag von den 5746 Zuschauern donnernden Applaus.
Füchse flatterhaft, Franzosen gefährlich
Die Berliner wollten den Schwung vom Bundesligasieg am Mittwoch in Göppingen (26:24) mitnehmen, aber nur zu Beginn der ersten Hälfte, bis zum 8:5 (12. Minute), gelang das richtig gut. Dann schlichen sich Fehler ins Füchse-Spiel, die von Chambery – allen voran durch den starken Linkshänder Nyokas (bester Werfer seines Teams mit acht Toren) – gnadenlos genutzt wurden. Die Berliner, mit Paul Drux in der Startaufstellung, wirkten oft zu verkrampft.
Von Konstantin Igropulo, gegen Göppingen noch mit neun Treffern überragend, ging in den ersten 30 Minuten kaum Wirkung aus. Als die Füchse 8:9 in Rückstand gerieten, nahm Sigurdsson eine Auszeit. Entscheidendes änderte sich bis zum Wechsel nicht. Mit einem Tor Vorsprung ging Berlin in die Pause.
Eine Unterbrechung, die offenbar zur rechten Zeit kam: Igropulo wurde immer besser, Fredrik Petersen traf verlässlich– schnell stand es 19:15. Aber die Füchse blieben flatterhaft, die Franzosen ihrerseits gefährlich. Es war ein Auf und Ab. Nach einem vergebenen Siebenmeter von Petersen hieß es nur noch 20:19. Nach 46 Minuten 22:21, Igropulos Doppelpack sorgte aber für das 24:21, Petersen, Mattias Zachrisson und Iker Romero legten nach (27:22/53.).
Heinevetter kritisiert Abwehr
Das sollte endlich Sicherheit geben. Am Ende betrug die Differenz dennoch nur drei Treffer. Eine Tatsache, die Igropulo, der es auf sieben Treffer brachte, aber nicht überbewerten wollte. „Das war schon okay, schließlich haben wir gewonnen.“ Sein Kollege Petersen, mit acht Toren bester Werfer in der Füchse-Mannschaft, war da schon etwas selbstkritischer: „Eigentlich müssen wir besser spielen“, meinte der schwedische Nationalspieler.
Torwart Heinevetter blickte schon voraus auf das Bundesligaspiel am kommenden Mittwoch (20.15 Uhr, Schmeling-Halle) gegen Magdeburg: „So wie heute dürfen wir dann in der Abwehr aber nicht spielen.“





