Gefährlicher Gegner

Füchse müssen sich im Derby gegen Magdeburg steigern

In das durch die Fans brisante „Ost-Derby“ gegen Magdeburg gehen die Berliner Füchse als Favoriten. Trotzdem fehlt noch der Rhythmus: Zu viele Profis ließen bei der EM in Dänemark Kräfte.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Alle Beteiligten wissen, was auf sie zukommt. „Über die Brisanz, die in diesem Spiel steckt, müssen wir uns nicht unterhalten“, sagt Uwe Jungandreas, der Trainer des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg. „Wir wissen, dass diese Derbys immer einen eigenen Charakter haben“, erklärt sein Kollege Dagur Sigurdsson, der Coach der Füchse Berlin. Als „Ost-Derby“ wird die Partie bezeichnet, wenn der Klub aus der Hauptstadt gegen das Team aus Sachsen-Anhalt antritt. Vor allem die Fans der beiden Vereine sind sich in herzlicher Abneigung verbunden.

Am Mittwochabend (20.15 Uhr, Sport1) ist es wieder soweit: Die fünftplatzierten Füchse treffen in der Schmeling-Halle auf die zehn Punkte hinter ihnen liegenden Magdeburger (Platz sieben). Wie wichtig diese Auseinandersetzung ist, zeigte sich bereits am vergangenen Sonntag. Kaum hatten die Berliner Spieler das Parkett nach dem 30:27 im EHF Pokal gegen Chambery Savoie verlassen, wurde der Blick schon in Richtung Magdeburg gerichtet.

Heinevetter kritisiert Abwehr

„Wir müssen uns im Derby steigern“, forderte Sigurdsson. Und Silvio Heinevetter kritisierte: „Wir waren in der Abwehr einfach nicht gut. Punkt. Aus. Mit dieser Leistung wird es gegen Magdeburg nicht reichen“, sagte der Nationaltorhüter, der einst – wie auch Linksaußen Markus Richwien – aus Magdeburg nach Berlin wechselte.

Favorisiert sind natürlich die Berliner, für die ein Sieg Pflicht ist, um den Platz unter den Top 5 zu festigen. „Die jüngsten Ergebnisse der Magdeburger haben gezeigt, dass wir aufpassen müssen“, warnt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning jedoch. Am vergangenen Mittwoch gelang dem SCM mit einem 32:25 gegen Hannover-Burgdorf (wie Berlin noch im EHF-Cup im Einsatz) ein optimaler Start nach der EM-Pause.

Berlin sucht noch den Rhythmus

„Wir suchen noch etwas unseren Rhythmus“, sagt Sigurdsson. Sieben Profis waren bei der EM im Einsatz. „Einige haben zu viel, einige zu wenig gespielt“, meint der Trainer. Ganz optimal würden die Rädchen bei den Füchsen noch nicht wieder ineinander greifen. Zudem sind Bartlomiej Jaszka und Pavel Horak angeschlagen von den Titelkämpfen in Dänemark zurückgekommen. Sie sind noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Weiterhin wird Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen fehlen, der nach einer Knie-Operation langfristig physiotherapeutisch aufgebaut wird. „Er wird nicht zu früh eingreifen“, sagt Hanning. Sicher ist, dass Christophersen auch in den kommenden Wochen noch nicht zum Einsatz kommen wird.

Es sind harte Wochen für die Füchse. Gegen Magdeburg ist es das zweite von insgesamt sieben Spielen in 21 Tagen. Innerhalb von zwei Monaten müssen die Berliner in der Bundesliga, im nationalen Pokal (26.2. gegen Lemgo) und im europäischen EHF Cup 15 Partien bestreiten.