Am Ende gab es freundschaftliche Umarmungen zwischen den Kollegen. In der Handball-Bundesliga spielen sie gemeinsam für die Füchse Berlin, am Sonntagabend waren sie jedoch Konkurrenten: Jesper Nielsen, Mattias Zachrisson und Fredrik Petersen im schwedischen Team, Konstantin Igropulo in der Mannschaft aus Russland.
29:27 siegten die Schweden in ihrem ersten Hauptrundenspiel und dürfen sich noch Hoffnungen machen, als einer der beiden Gruppenersten ins Halbfinale der Europameisterschaft in Dänemark einzuziehen.
Petersen war es 31 Sekunden vor Spielende, der mit einem Siebenmeter – seinem insgesamt vierten Treffer in der Partie – alles klar machte. Da nutzten auch die elf Tore von Igropulo nichts, der es in nun vier Spielen bereits auf 21 Treffer gebracht hat. Bei Halbzeit schier hoffnungslos in Rückstand (13:20), führte der Füchse-Profi im russischen Dress seine Mannschaft wieder heran.
Entscheidung durch Petersen
Acht Minuten vor Ende hieß es sogar 26:25 für die Russen, aber die Skandinavier, bei denen Zachrisson zwei Tore erzielte und Nielsen leer ausging, kamen noch einmal zurück. Vor den beiden noch ausstehenden Hauptrundenspielen sind die sieglosen Russen bereits aus dem Rennen.
Zwar hat sich das deutsche Team nicht für die EM qualifiziert, dennoch ist die Bundesliga bei den Titelkämpfen in Herning, Aarhus, Aalborg und Kopenhagen stark vertreten. In den 16 qualifizierten Mannschaften kommen von den insgesamt 256 Spielern 61 aus der besten Liga der Welt. Allein im schwedischen Team stehen zehn Bundesliga-Akteure.
Insgesamt sind 61 Spieler aus der Bundesliga dabei
Sieben Profis, die bei der EM spielen, verdienen ihr Geld in Berlin: Neben den drei Schweden und Igropulo sind dies noch Bartlomiej Jaszka (Polen) und die beiden Tschechen Pavel Horak und Petr Stochl. Die Polen, die an diesem Dienstag (20.10 Uhr, Sport1) auf Schweden treffen, können theoretisch auch noch das Weiterkommen schaffen, Tschechien hingegen ist bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
„Ich bin mit allen im ständigen Kontakt“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der am Mittwoch in seiner Funktion als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) selbst nach Dänemark reisen wird. „Die Schweden können vielleicht eine Überraschung schaffen.“ Allerdings sieht er in Gruppe II eher Frankreich und Kroatien vorn, aus Gruppe I werden, so Hanning, wohl Turnierfavorit und Gastgeber Dänemark sowie Spanien ins Halbfinale einziehen.
Horak und Stochl kamen angeschlagen zurück
Nur noch im Fernsehen verfolgen Stochl und Horak inzwischen die Spiele, sie sind zurück in Berlin. „Sehr enttäuscht“ sei er, sagt Horak. „Aber wir waren selbst schuld, wir hätten gegen Österreich einfach gewinnen müssen.“ Gleich zum Auftakt setzte es jedoch ein 20:30. Danach gab es ein 24:24 gegen Mazedonien und ein ehrenwertes 29:33 gegen die Dänen. „Andererseits bin ich auch froh, wieder zurück zu sein“, meint der Rückraumspieler. „Ich habe die ganze Zeit mit großen Schmerzen gespielt.“ Horak hat sich an der rechten Ferse verletzt, zudem leidet er unter starkem Husten. Für ihn war die Euromeisterschaft ein echter Flop. Seinem Kollegen Stochl ging es nicht viel besser. Der Torwart hat sich bei der EM eine Blessur am Knie zugezogen.





