Für einen Beteiligten hatte das Handballspiel zwischen den Füchsen Berlin und HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstagabend weitreichende Konsequenzen: Am Morgen nach dem 30:29-Zittersieg der Berliner gegen den Tabellenvorletzten gaben die Schwaben die sofortige Trennung von ihrem Trainer Rolf Brack bekannt. Nach 4:26 Punkten aus den vergangenen 15 Spielen zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Es nutzte dem promovierten Sportwissenschaftler, seit fast zehn Jahren Coach in Balingen, auch nichts, dass sein Team fast eine Riesenüberraschung geschafft hätte. Aber eben nur fast.

Im Gegensatz zu den Balingern können die Berliner nun einigermaßen entspannt in die mehrwöchige Pause wegen der EM in Dänemark (12. bis 26. Januar 2014) gehen. Auch wenn ihnen zuletzt die Konstanz im Spiel verloren gegangen ist. Erst die Pleite (22:23) beim Aufsteiger Eisenach, dann fast die nächste Blamage gegen Balingen: So recht weiß niemand, woran es lag. Gegen Eisenach schien das Team insgesamt zu arrogant gewesen zu sein, am Donnerstag wurde nach 40 Minuten und einem 25:16 konzentriertes Arbeiten fast völlig eingestellt. „Es ist unglaublich. Wie kann das nur passieren?“, fragte sich nicht nur Pavel Horak, der mit seinem achten Treffer doch noch den 30:29-Erfolg ermöglichte. „Weggeschmissen“ habe man die komfortable Führung, schimpfte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.

Nächstes Liga-Spiel am 5. Februar

Am 5. Februar 2014 in Göppingen greifen die Füchse erst wieder in der Liga ein. „Hoffentlich kommen sie gesund und mit freiem Kopf zurück“, sagte Sigurdsson mit Blick auf die Profis, die sich in Richtung ihrer Nationalmannschaften und der EM verabschiedet haben. In den kommenden Wochen werden die Schweden Jesper Nielsen, Fredrik Petersen und Mattias Zachrisson ebenso fehlen wie die Tschechen Horak und Petr Stochl, der Pole Bartlomiej Jaszka sowie der Russe Konstantin Igropulo.

Deutschland ist bei der EM nicht dabei, allerdings wurde erstmals Linkshänder Fabian Wiede, 19, in den Kader der Nationalmannschaft für Lehrgänge und Spiele in Deutschland und Tunesien zwischen dem 3. und 12. Januar 2014 berufen. Für die beiden Spiele in Tunesien stößt dann auch Torhüter Silvio Heinevetter hinzu. Mit dem verbliebenen Rest (zusätzlich trainieren Nachwuchsspieler wie Paul Drux mit) übt Sigurdsson ab dem 5. Januar wieder.

Christophersen mit Problemen im Knie

Fehlen wird dann auch Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, dessen Probleme am linken Knie seit Monaten nicht in den Griff zu bekommen sind. Nur selten konnte er seiner Mannschaft in dieser Saison wirklich helfen. „Wir müssen ihn wieder auf die Beine bringen“, erklärte der Trainer. „Ohne ihn sind wir ein Stück schwächer.“ Heute soll er ins Knie gespritzt werden, danach beginnt die Reha. Wie lange es dauern wird, bis der Rückraumschütze wieder richtig fit sein wird, weiß niemand.

Die erstmalige Nominierung für die A-Nationalmannschaft sorgte bei Wiede für große Freude. „Das ist etwas ganz besonderes für mich, ich habe mich sehr über den Anruf gefreut und freue mich jetzt auf den Lehrgang und die ersten Spiele in der A-Nationalmannschaft“, jubelte der 19-Jährige. Auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning ist stolz über den nächsten Schritt des Jungfuchses. „Ich freue mich für Fabi, der in den letzten Jahren immer konsequent seinen Weg gegangen ist und dem keine Hürde zu hoch war. Ich bin mir sicher, dass er mit seiner inneren Bereitschaft und seinem Willen auch diese Hürde überspringen wird“, sagte Hanning.