Vielleicht werden sich Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans zum Saisonende noch einmal an diesen schwarzen Samstagabend erinnern, als die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga sensationell beim Aufsteiger Eisenach mit 22:23 verloren.
Dann nämlich, wenn ihnen nach dem letzten Spieltag Ende Mai 2014 ein oder zwei Punkte fehlen sollten zur Qualifikation für die Champions League oder sogar für einen der drei Plätze, die direkt zur Teilnahme an der europäischen Eliteliga berechtigen. Vorne in der Tabelle geht es eng zu zwischen Kiel, Flensburg, den Rhein-Neckar-Löwen, dem HSV Handball und eben den Füchsen. Wer da gegen einen vermeintlich Kleinen strauchelt, hat ein Problem.
Entsprechend verärgert waren die Verantwortlichen beim Klub. „Wir sind arrogant aufgetreten“, kritisierte Trainer Dagur Sigurdsson. „Ohne Herz und Leidenschaft gewinnt man eben nicht“, schimpfte Geschäftsführer Bob Hanning. Bei seiner Kritik fielen Worte wie „ernüchternd“, „nicht zu entschuldigen“ oder „fahrlässig“.
Mannschaft fühlte sich offenbar zu wohl
Zwar haben die Füchse nach wie vor Rang fünf sehr sicher, der die Teilnahme am EHF-Pokal 2014/2015 garantiert, aber die schlechte Arbeitseinstellung in Eisenach hat Trainer und Geschäftsführer alarmiert. Schließlich liegt man abgesehen von der Liga auch noch im EHF-Pokal und im nationalen Cup aussichtsreich im Rennen.
„Aber so gewinnt man gar nichts“, polterte Hanning. Er hatte gehofft, dass die Mannschaft aus den Erfahrungen im EHF-Pokal gelernt habe, als man im Heimspiel gegen die Weißrussen aus Brest auch ziemlich emotionslos gespielt und dadurch das Weiterkommen gefährdet hatte. Doch erneut hat sich die Mannschaft offenbar in ihrer Komfortzone zu wohl gefühlt. Bei Hanning wurden Erinnerungen wach, denn kürzlich erlebte er bei der von ihm trainierten A-Jugend dasselbe Phänomen. „Selbstwahrnehmung“ sei das Stichwort: „Man guckt als Katze in den Spiegel – und ein Löwe guckt raus.“
Hanning will so ein Spiel „nicht noch einmal sehen“. Zumindest kann das Team bereits am 26. Dezember (Schmeling-Halle, 17.15 Uhr) gegen Balingen zeigen, dass es aus Fehlern gelernt hat.
seb





