Handball

Füchse Berlin greifen nach der Tabellenspitze

Die Füchse wollen in der Handball-Bundesliga weiter nach oben. Mit einem Sieg beim starken Aufsteiger Bergischer HC würden die Berliner die SG Flensburg-Handewitt von Tabellenplatz eins verdrängen.

Foto: Marius Becker / dpa

31 Jahre ist es her, dass die Fehlfarben mit „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran ...“ ihren Megahit landeten. Für die Berliner Handball-Füchse ist der Oldie derzeit aber höchst aktuell. Am Morgen nach dem 27:23 gegen Wetzlar versammelte Coach Dagur Sigurdsson sein Team zu einem kurzen regenerativen Miteinander, am Nachmittag ging es dann gen Westen, wo die Füchse an diesem Dienstag (20.15 Uhr) beim Bergischen HC antreten.

Geht es für die Berliner, die zuletzt fünf Spiele in Folge gewannen, auch in der Wuppertaler Unihalle weiter voran, würden sie zumindest vorübergehend in der Bundesliga die Tabellenführung übernehmen. Denn es trennt sie nur ein Punkt von Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt, der erst einen Tag später in Balingen antreten wird.

Beim Bergischen HC Geschichte zu schreiben, dürfte allerdings eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe werden. Denn auch beim BHC geht es in einem Maße voran, mit dem kaum zu rechnen war. Der Klub liegt als Aufsteiger in der Tabelle völlig unerwartet auf Rang acht. Der HSV Handball und der SC Magdeburg mussten sich in Wuppertal bereits geschlagen geben, auswärts gewann der Liga-Neuling in Wetzlar und Gummersbach. Ein nahezu geschichtsträchtiger Start. „Der BHC hat mit Michael Hegemann einen sehr starken Abwehrchef und in Viktor Szilagyi einen überragenden Spielmacher“, warnt Bob Hanning, „wir dürfen die Mannschaft auf keinen Fall unterschätzen“.

In Weißrussland wartet der nächste Brocken

Im Gleichschritt mit dem Klub, den er in nur kurzer Zeit an die Spitze führte, sind auch beim Geschäftsführer der Füchse die Atempausen rar geworden. So hat er sich quasi selbst zum Kurzarbeiter gemacht. „Mein bisheriger Vertrag ist ausgelaufen. Da es keine Kündigung gab, verlängert sich der Kontrakt nun immer wieder automatisch um drei Monate“, sagt Hanning. „Wir haben es ein wenig aus den Augen verloren, werden das aber bald besprechen.“

Als „aufgabenorientiert“ bezeichnet sich Hanning und es gibt wohl Wichtigeres als den eigenen Vertrag. Beispielsweise das Final-Turnier des EHF-Pokal, das der Füchse-Macher nur zu gern in der Max-Schmeling-Halle ausrichten – und gewinnen – würde. Noch aber muss sich sein Team für die Gruppenphase qualifizieren, am Sonnabend im weißrussischen Brest. Dort eine Atempause einzulegen, könnte einige Pläne über den Haufen werfen. Das Hinspiel in Berlin endete nur 22:20.