Die Spieler und Trainer von Meshkov Brest bekamen das Grinsen gar nicht aus dem Gesicht: Sie fühlten sich als heimliche Sieger, trotz der 20:22-Niederlage, die sie im Hinspiel der 3. Runde im EHF-Pokal bei den Füchsen Berlin erlitten hatten. „Absolut zufrieden“ sei er mit dem Ergebnis, teilte Brests Trainer Zeljko Babic mit. Das weißrussische Handballteam sieht nun gute Chancen, sich im Rückspiel in eigener Halle am 30. November den Sprung in die Gruppenphase zu sichern.
Da außen vor zu bleiben, das wäre für die Füchse wohl der herbste Rückschlag seit dem Bundesliga-Aufstieg 2007. Immer ging es bisher bergauf, der Klub spielte zweimal in der Champions League, hat sich inzwischen in der Spitze der Bundesliga etabliert. Als nächster Schritt ist geplant, im EHF-Pokal ganz weit zu kommen, die Vierer-Endrunde soll nach Berlin geholt werden – und wenn möglich soll im Mai 2014 dann in der Schmeling-Halle der europäische Cup hochgehalten werden.
Ein Jahr für Europacup gekämpft
Um so größer war die Enttäuschung bei den Berlinern. Gleich beim ersten Schritt sind die Füchse gewaltig ins Stolpern geraten. „Das war zu wenig“, stellte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning fest. Seine Standard-Theorie habe sich wieder einmal bewahrheitet: „Wenn wir nicht maximal fokussiert auftreten, sind wir nur mittelmäßig.“ Ein Jahr lang habe man dafür gekämpft, in Europa dabei sein zu können – und dann sei die absolute Konzentration im entscheidenden Moment nicht da gewesen. „Dafür sind wir bestraft worden.“
Es ist wohl das Beste, dass die Spieler schon Minuten nach ihrem schwachen Auftritt versuchten, das wenig Positive in den Vordergrund zu stellen. „Unsere Abwehr hat gut gestanden, wir haben nur 20 Tore kassiert“, sagte der dreifache Torschütze Markus Richwien. „Egal wie, Hauptsache gewonnen und wir haben einen Vorsprung.“ Alles sei immer noch möglich, „wir haben es doch selbst in der Hand“, fügte Konstantin Igropulo hinzu, der mit sechs Treffern am Mittwochabend bester Werfer im Berliner Team war.
Hoffnungen liegen auf den angeschlagenen Spielern
Doch es bedarf einer gewaltigen Leistungssteigerung, vor allem im Angriff, wo die Berliner fahrig agierten. Trainer Dagur Sigurdsson räumte „riesige Probleme“ in der Offensive ein. „In eigener Halle nur 22 Tore zu schießen, das ist sehr ungewöhnlich für uns.“
Die Berliner Hoffnungen, doch den Sprung in die Gruppenphase zu schaffen, sind allerdings berechtigt. Zum einen, ist Meshkov alles andere als eine Übermannschaft. Hanning fand für das Vermögen des weißrussischen Vizemeisters die richtige Bezeichnung: „Solide.“ Mehr aber auch nicht. Und die angeschlagenen Berliner Pavel Horak, Sven-Sören Christophersen und Jesper Nielsen dürften bis Ende des Monats wieder ihr normales Leistungsvermögen zeigen können. Auch Mattias Zachrisson wird wieder fit sein, der am Mittwoch gar nicht eingesetzt wurde. Nicht die schlechtesten Aussichten.





