Handball

Torwart Stochl erspart den Füchsen eine Zitterpartie

In einer hart umkämpften Partie setzen sich die Füchse Berlin gegen die HSG Wetzlar am Ende mit 27:23 durch. Vor allem Torwart Petr Stochl verhilft den Berlinern mit starken Paraden zum Sieg.

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Die Handball-Füchse spielen derzeit nicht so souverän, wie sie es sich selbst wünschen. Aber ihnen gelingt immer noch das, worauf es ankommt: Sie gewinnen. Am Sonntagabend rangen sie vor 8528 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle in einer hart umkämpften Partie die HSG Wetzlar mit 27:23 (11:11) nieder, landeten den fünften Erfolg in Serie.

„Wir haben viel investiert und viel gekämpft“, analysierte Coach Dagur Sigurdsson kurz und knapp. Da schon am Dienstag beim überraschend starken Aufsteiger Bergischer HC die nächste Belastung warte, habe er vielen Spielern Spielzeit gegeben. Insgesamt sei seine Mannschaft „ganz gut durch die Partie gekommen“.

Wetzlar ohne Superstar Ivano Balic

Die Gäste waren ohne ihren Superstar Ivano Balic angereist, dessen Rückenverletzung sich als zu schlimm herausgestellt und der die Reise nach Berlin gar nicht erst angetreten hatte. Sie waren darauf bedacht, von Beginn an Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Sowohl der Wechsel der Defensiv- zu den Angriffsspezialisten als auch der Spielaufbau wurde provozierend behäbig vollzogen.

Die Intention war klar: Würde schnell gespielt, käme die größere individuelle Qualität der Füchse besser zum Tragen. Die Rechnung der Wetzlarer ging auf, die Hausherren kamen nicht ins Laufen.

In einer zähen ersten Halbzeit konnte sich bei wechselnden Führungen keines der beiden Teams mit mehr als einem Tor absetzen. Im Angriff bekamen die Berliner den Ball kaum zu den Kreisläufern oder den Außen. Es ging ab durch die Mitte, wobei sich vor allem Pavel Horak hervortat.

Rustikaler Auftritt der Gäste

Magnus Dahl im Tor der Gäste hatte ebenfalls mit einigen glanzvollen Paraden einen Anteil daran, dass der Tabellenelfte gegen den -dritten so gut im Spiel blieb. Bei den Berlinern sorgte Petr Stochl, der für Silvio Heinvetter kam (17.), für einige Impulse. Die gehaltenen Bälle konnten seine Vorderleute aber noch zu selten in Tore ummünzen. Mit einem 11:11 ging es in die Halbzeit.

Nachdem die Gäste die erste Zwei-Tore-Führung des Spiels durch Fabian Wiede und Konstantin Igropulo zum 13:13 ausgeglichen hatten (35.), sah es so aus, als müssten die Füchse bis in die Schlussphase hinein um den Sieg bangen. Dass dem fast ausverkauftem Fuchsbau dann doch eine Zitterpartie erspart blieb, lag zu allererst an Stochl. Dank seiner Paraden und der damit verbundenen Ballgewinne kam jetzt doch mehr Tempo ins Spiel. „Ich bin mit mir nur selten zufrieden, aber heute muss ich wohl zufrieden sein“, schmunzelte der Keeper. „Ich habe der Mannschaft geholfen und das ist das Wichtigste.“

7:1-Lauf der Füchse entscheidet das Spiel

Zum anderen begannen in dieser Phase die Unparteiischen, wie schon längst von Füchse-Coach Dagur Sigurdsson bis zur Gelben Karte lautstark gefordert, allzu rustikale Aktionen der Gäste mit Zeitstrafen und Siebenmetern zu ahnden. Beim Stand von 14:15 (37.) setzten sich die Berliner durch einen 7:1-Lauf, zu dem Iker Romero, Mattias Zachrisson, Igropulo und erneut Horak die Tore beisteuerten, vorentscheidend ab.

Nach dem 21:16 in der 47. Minute geriet der Berliner Sieg nicht mehr wirklich in Gefahr. „Wir haben am Anfang zu leichte Tore zugelassen und im Angriff leichte Fehler gemacht“, erklärte Horak, der mit sieben Toren erfolgreichster Werfer war. „Wir haben uns schwer getan, am Ende aber doch diese Pflichtaufgabe gelöst.“

In der Kabine wollte sich der Riese aus Tschechien „kurz entspannen“. Wissend, dass nach dem Bergischen HC eine viel beschwerlichere Reise nach Weißrussland ansteht, wo er sich mit seinem Team am Sonnabend in Brest mit dem denkbar dünnen Polster des 22:20-Hinspielsieges für die Gruppenphase des EHF-Pokals qualifizieren will.