Handball

Füchse erkämpfen unerwartet einen Punkt in Flensburg

Die Füchse waren als Tabellendritter mit zwei Punkten mehr als die SG Flensburg-Handewitt in den Norden gereist. Am Ende entführten sie einen Punkt vom Spitzenspiel. Die Partie endete 26:26 (12:14).

Foto: Rainer Jensen / dpa

Die Festung „Flens-Arena“ bröckelte, aber sie fiel nicht. Knapp zwei Jahre lang gab es dort für die Gegner aus der Handball-Bundesliga nichts zu holen. Die Füchse waren dicht dran, diese Serie zu beenden. Am Ende entführten sie einen Punkt vom Spitzenspiel bei der SG Flensburg-Handwitt. Die Partie endete 26:26 (12:14), nachdem Berlins Pavel Horak in der letzten Szene hart bedrängt noch den Pfosten getroffen hatte.

„Wenn man uns vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir hier unentschieden spielen würden, wären wir sicher zufrieden gewesen“, sagt Jung-Fuchs Fabian Wiede, 19, der in Flensburg erstmals von Beginn an auf dem Parket stand. „Wenn man sich die Schlussszene betrachtet, haben wir jetzt aber wohl eher einen Punkt verloren.“

Die Füchse waren als Tabellendritter mit zwei Punkten mehr als die SG Flensburg-Handewitt in den Norden gereist. Die Brisanz des Schlüsselspiels um die begehrten Champions-League-Plätze war umgehend zu spüren. Es dominierten die Abwehrreihen. Nachdem Wiede die Füchse bei seinem Debüt als Starter mit 1:0 in Führung gebracht hatte, konnte sich keines der beiden Teams mit mehr als einem Tor absetzen. Erst nach knapp 20 Minuten erspielten sich die Flensburger ein leichtes Übergewicht (7:9). Aber die Berliner blieben im Spiel, lagen zur Halbzeit lediglich 12:14 zurück.

Vier Tore Rückstand aufgeholt

Knapp zehn Minuten später, es stand 15:19, drohte den Füchsen eine ähnlich klare Abfuhr wie in den beiden Spielen der vergangenen Saison. Überhaupt hatten die Berliner nur zwei der vorangegangenen neun Spiele gegen Flensburg für sich entscheiden können. Dieses Mal aber kämpfte sich das Team von Dagur Sigurdsson bravourös zurück. Vorn setzte sich Konstantin Igropulo mit vier seiner gewohnt wuchtigen Würfe in Szene, hinten glänzten abwechselnd Petr Stochl und Silvio Heinevetter im Tor.

In der 50. Minute waren die Berliner dran, hatten tatsächlich zum 23:23 ausgeglichen. Sie konnten in der Folge sogar mit 25:23 (53.) in Führung gehen, mussten jetzt aber ihrerseits den Ausgleich hinnehmen. Nach dem 25:25 (55.) hatten es beide Mannschaften in der Hand, das Spiel für sich zu entscheiden. Ballverlusten und Glanzparaden der Torhüter verhinderten auf beiden Seiten jedoch eine Entscheidung. 16 Sekunden vor dem Ende kamen die Füchse noch einmal in Ballbesitz und konnten sogar noch ihre Pläne in einer Auszeit besprechen. Pavel Horak, der kurz zuvor mit seinem vierten Tor zum 26:25 getroffen hatte, setzte den Wurf an, traf aber nur den Pfosten. Reklamationen der Berliner, dass der Tscheche gefoult worden war, ließen die Schiedsrichter nicht gelten. Das Spiel war beendet.