Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein. Hier die Füchse Berlin, die in Bestbesetzung auf die schwäbische Alb reisen, da Gastgeber Balingen-Weilstetten, der mit der Hälfte des Etats der Berliner auskommen muss (etwa 2,3 Millionen Euro) und zudem sieben Verletzte zu beklagen hat. Von daher sind die Rollen für das Bundesliga-Duell am Mittwoch (20.15 Uhr, Sport 1) klar verteilt. Allerdings wissen die Berliner um die Gefahr der angeschlagenen Schwaben. „Balingen ist ein unangenehmer Gegner“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning, „wir müssen körperlich dagegenhalten und viel Leidenschaft zeigen.“

Balingen ist in der Liga bekannt und gefürchtet für seine rustikale Spielweise. Den Mangel an individueller Qualität gleicht die Mannschaft von Rolf Brack zumeist mit Härte aus. Allerdings schafft es der diplomierte Sportwissenschaftler, der für seine taktischen Raffinessen in der Liga großen Respekt genießt, seit Jahren aus den begrenzten Möglichkeiten das Maximale herauszuholen.

Nachwuchsspieler schnuppern Erstligaluft

Dennoch zählt für die Füchse, die den Automobilhersteller Peugeot als neuen Kooperationspartner gewinnen konnten, nichts anderes als ein Sieg, um in der Tabelle langsam Fahrt ins obere Drittel aufzunehmen. Am vergangenen Sonntag gelang nach der Pleite in Melsungen gegen Aufsteiger Eisenach endlich der erste Saisonerfolg. „Aber dieser Sieg ist nichts wert, wenn wir in Balingen verlieren“, stellt Manager Hanning klar.

Immerhin konnten sich vor allem die Nachwuchsspieler Jonas Thümmler und Fabian Wiede zuletzt ein bisschen freispielen. Kreisläufer Thümmler gelangen gegen Eisenach gar vier Tore. Hanning: „Es ist wichtig, dass sie gleich von Saisonbeginn an Bundesligaluft schnuppern und sich an das Tempo gewöhnen.“