Handball

Mit Christophersen kommen die Füchse endlich in Schwung

Im vierten Anlauf gelingt den Handball-Füchsen der erste Sieg, gegen Eisenach feiert Sven-Sören Christophersen sein Comeback nach Knie-OP. Am besten treffen aber die Zugänge aus Schweden.

Foto: Jan-Philipp Strobel / picture alliance / dpa

Das Publikum johlte. Endlich wieder Hard Rock in der Schmeling-Halle, endlich wieder die volle Dröhnung von Sven-Sören Christophersen. Drei Monate hatte der Handball-Nationalspieler nach einer Knie-Operation pausieren müssen, am Sonntag feierte er das umjubelte Comeback.

Und in der 23. Minute war es soweit: Aus den Lautsprechern ertönte zur Freude der Fans der AC/DC-Klassiker „TNT“, es war das untrügliche Zeichen, dass Christophersen soeben seinen ersten Saisontreffer erzielt hatte, denn das ist seine Tor-Musik.

Insgesamt zeigten sich die Berliner beim ersten Heimspiel der neuen Bundesligasaison in Torlaune und gewannen vor 6366 Zuschauern mit 34:20 (17:10) gegen Aufsteiger ThSV Eisenach.

Christophersen fehlte den Füchsen im Champions-League-Play-off

„Wir haben heute eine klare Reaktion nach der Niederlage in Melsungen gesehen“, freute sich Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson und stellte fest: „Wir waren klar besser.“ Das sahen auch die Gäste so. „Wir haben heute eine beeindruckende Füchse-Mannschaft erlebt“, zollte Eisenach-Trainer Adalsteinn Eyolfsson den Berlinern Respekt.

Am Ende der Vorsaison hatte sich Christophersen am Knie verletzt, die eingerissene Patellasehne war im Juni erfolgreich operiert worden, der Heilungsverlauf dauerte aber länger als gedacht. Christophersen fehlte den Füchsen sehr im Champions-League-Play-off gegen den HSV Handball.

Nun endlich die Rückkehr. „Ich habe das Gefühl, dass ich nicht gleich bei jeder falschen Bewegung wieder im Krankenhaus lande“, sagte Christophersen und war „wahnsinnig froh“, dass das Knie hielt.

Petr Stochl erhielt Vorzug vor Silvio Heinevetter

Nach der Niederlage zum Ligastart in Melsungen (23:28) standen die Füchse gegen Eisenach bereits gehörig unter Druck. Nun kann solch ein Druck hemmen oder aber auch antreiben, letzteres passierte den Berlinern.

Sie waren körperlich von der ersten Sekunde an voll da, traten selbstbewusst und mit der nötigen Aggressivität in der Abwehr auf. Im Tor erhielt Petr Stochl den Vorzug vor Silvio Heinevetter, und der Tscheche rechtfertigte das Vertrauen. Er parierte ein ums andere Mal die Würfe der Thüringer und leitete immer wieder erfolgreiche Tempogegenstöße ein.

In Melsungen hatten die Verantwortlichen kaum einen Mannschaftsteil von ihrer Kritik verschont, eine Steigerung sei in allen Bereichen notwendig, hieß es. Am Sonntag zeigten die Berliner, dass sie richtig guten Handball spielen können.

Auch die neuen Schweden glänzen gegen Eisenach

Im Rückraum glänzten Konstantin Igropulo und Pavel Horak, auf Außen zeigten Mattias Zachrisson und Fredrik Petersen ihre Klasse. Beide Schweden waren im Sommer nach Berlin gewechselt und sind schon jetzt eine Verstärkung für den Hauptstadtklub. Und beide waren diesmal mit jeweils sechs Toren die erfolgreichsten Berliner Werfer.

Der dritte neue Schwede, Jesper Nielsen, hatte dagegen weniger Glück. Der Kreisläufer bekam in der 14. Minute einen Schlag ins Gesicht, er musste benommen vom Feld geführt werden. Während die Füchse auf dem Parkett ihrem ersten Saisonsieg entgegeneilten, wurde der Schwede in der Kabine am Auge mit zwei Stichen genäht – von keinem geringeren als Ex-Füchse-Spieler Sascha Detlof, der mittlerweile Arzt ist.

Für Nielsen brachte Sigurdsson in der zweiten Hälfte Jonas Thümmler am Kreis. Vier Treffer gelangen dem Jung-Fuchs, der in diesem Sommer erstmals einen Profi-Vertrag erhalten hatte. Auch Fabian Wiede bekam nun die Chance, in der Eliteklasse Erfahrung zu sammeln und sich auszuzeichnen. Er überzeugte mit zwei Toren.

Torwart Heinevetter glänzte in den letzten Minuten

Zachrisson erzielte in der 38. Minute das 22:11, die Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Die Füchse spielten jetzt für die Galerie. 14 Minuten vor Schluss rückte Silvio Heinevetter für Stochl zwischen die Pfosten. Stochl hatte bis dahin mit 14 Paraden eine starke Leistung gezeigt, jetzt wollte auch Heinevetter noch glänzen. Gerade die letzten Minuten eines Spiels sind ganz nach dem Geschmack des Nationalspielers, und tatsächlich wehrte „Heine“ gleich drei Bälle in Folge ab.

Während die Füchse den ersten Sieg feierten, traten die Thüringer den Heimweg an. „Es wäre schon eine Sensation, wenn wir den Klassenerhalt schaffen“, sagte Manager Karsten Wöhler, „aber wir geben uns nicht kampflos geschlagen.“