Handball

Bei den Füchsen wird es höchste Zeit für die erste Beute

Nach drei Spielen ohne Sieg hoffen der Bundesligist und Zugang Fredrik Petersen am Sonntag gegen Aufsteiger Eisenach auf den ersten Saisonerfolg. Der wäre allerdings auch fällig.

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Einen Krimi haben die Berliner Handball-Füchse ihren Fans in dieser Saison schon geboten. Beim 30:30 in der Qualifikation zur Champions League gegen den HSV Handball, in der das Team von Dagur Sigurdsson dann zwei Tage später auswärts denkbar knapp mit 26:27 scheiterte. Am heutigen Sonntag um 17.15 Uhr erwarten die Berliner den Aufsteiger ThSV Eisenach zum ersten Bundesliga-Heimspiel in der Schmeling-Halle und nach Möglichkeit soll es nicht ganz so spannend werden wie eine gute Woche zuvor gegen den HSV.

„Es ist immer schwer, zum allerersten Mal gegen ein Team zu spielen, das man überhaupt nicht kennt“, sagt Fredrik Petersen, einer der drei Schweden, die im Sommer zu den Füchsen wechselten. „Aber wir müssen jetzt mal mit dem Gewinnen anfangen und das werden wir auch tun.“

Petersen bezieht sich da nicht nur auf die verpasste Qualifikation zur europäischen Königsklasse, sondern vielmehr noch auf die Auftaktniederlage in der Bundesliga am vergangenen Mittwoch in Melsungen, bei der sein Team geschlagene 14 Minuten kein einziges Tor warf. „Das Spiel war eine einzige Katastrophe. Nur Pavel Horak hat gut gespielt, wir anderen totalen Mist“, sagt der neue Linksaußen der Füchse noch immer wütend über sich selbst. „Wir haben gleich in der Kabine darüber geredet und dann auch nach der Rückkehr beim Training in Berlin. Das Spiel ist weg und wir müssen weiter an uns arbeiten. Am Sonntag wird eine völlig anderes Team auflaufen als in Melsungen.“

Petersen mag Tempo

Petersen, der einen Tag vor der Melsungen-Pleite seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte, kam als Champions-League-Sieger aus Hamburg zu den Füchsen und kennt die Bundesliga. Seine Landsleute Jesper Nielsen und Mattias Zachrisson, beide 23 Jahre alt, spielen hingegen ihr erstes Jahr in der vermeintlich besten Handball-Liga der Welt.

Beide seien „sehr gute Spieler und erwachsene Männer. Die regeln alles selbst“, erzählt Petersen. Eine größere Unterstützung beim Einleben sei daher nicht vonnöten, „aber wenn sie irgendwelche Fragen haben, helfe ich ihnen natürlich“.

Bei der Frage, ob ihm Berlin besser gefalle als Hamburg, scheint es in seinem Innern noch unentschieden zu stehen. Nach einem längeren „Hmmmm“ ist dann aber doch so etwas wie Begeisterung durchzuhören. „Wir leben in Prenzlauer Berg, das gefällt mir sehr gut, mitten in der Stadt, mitten im Leben, wir können immer einen Kaffee trinken oder etwas essen gehen“, sagt Petersen und schmunzelt dann: „Also, Berlin holt in jedem Fall von Tag zu Tag auf.“

Zumal er sich auch sportlich wohl fühlt. „Ich bin froh, hier zu sein, weil wir hier mit mehr Tempo spielen und das schnelle Spiel liegt mir.“

Eisenach mit starker Premiere

Fehlt eigentlich nur der erste Pflichtspielsieg der Saison. Daran, dass die Niederlage in Melsungen in der Endabrechnung um die vorderen Plätze einmal wehtun könnte, denkt der Schwede nicht. „Wenn wir die restlichen Spiele gewinnen, sind wir Meister“, lacht er. In der Favoritenrolle für diese Saison sieht Petersen allerdings „die Rhein-Neckar Löwen und Flensburg“, als Verfolger erwartet er „Hamburg, Kiel, uns zähle ich auch dazu und vielleicht auch Melsungen. Die haben jedenfalls gute Spieler.“

Damit Petersens Prognosen eintreffen, zumindest was sein Team angeht, wäre es hilfreich, wenn die Füchse den Aufsteiger aus Thüringen heute schlagen. Ein Spaziergang wird das aber sich sicher nicht. Eisenach verlor die Bundesliga-Premiere gegen Hannover-Burgdorf knapp mit 28:29. Füchse-Manager Bob Hanning hat das Spiel gesehen und musste „den Eisenachern für die Leistung ein großes Kompliment machen“.