Das rechte Auge schimmerte in Blau und Grün, aber dafür saß der dunkle Anzug perfekt. Kurz nach der Partie gegen Eisenach hatte Füchse-Kreisläufer Jesper Nielsen auch sein Lachen wiedergefunden. Kurzzeitig war dem Schweden freilich die Angst in die Glieder gefahren, nachdem ihn ein kleiner Cut in seinem ersten Bundesligaheimspiel vorzeitig in die Kabine gezwungen hatte. Mit zwei Stichen wurde die Wunde rasch genäht. „Tut gar nicht mehr weh“, sagte Nielsen und lächelte, „am Mittwoch bin ich auf jeden Fall mit dabei.“ Nichts anderes hatte Dagur Sigurdsson erwartet. „Zwei Stiche, das ist doch Kindersache“, sagte der Coach und stapfte zufrieden von dannen. Und Geschäftsführer Bob Hanning gab Entwarnung: „Jesper kann spielen, das geht schon.“
Es war ein eindrucksvoller Auftritt, den die Füchse am Sonntag in der Schmeling-Halle gezeigt hatten. Beim 34:20-Erfolg ließen die Berliner dem Aufsteiger aus Thüringen nicht den Hauch einer Chance und rehabilitierten sich somit auch für die Auftaktpleite in Melsungen am Mittwoch zuvor. Einsatz und Leidenschaft stimmten. „Meine Spieler waren hungrig auf den Erfolg“, sagte Coach Sigurdsson, der Isländer wollte aber nicht in allzu große Euphorie verfallen. „Wir sollten unsere Leistung nicht überbewerten, denn wir waren klar die bessere Mannschaft.“ Hanning sagte: „Der Sieg war Balsam für die Seele.“
Schwedische Außenspieler bringen neue Energie
Den Verantwortlichen gefiel vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft sich in der Beletage des deutschen Handballs erstmals in der neuen Spielzeit vor heimischer Kulisse präsentierte. „Wir haben gegen Eisenach das gesehen, was wir wollten – einen schönen schnellen Ball nach vorne und eine gute Rückwärtsbewegung“, sagte Hanning. Gerade den Rückzug hatte der Manager in der vergangenen Saison kritisiert, doch mit dem neuen Schwung durch die schwedischen Außenspieler Mattias Zachrisson und Fredrik Petersen ist diese Schwachstelle bei den Füchsen nun deutlich verbessert. Außerdem konnten sich gegen Eisenach auch die Nachwuchsspieler auszeichnen.
So steuerten Jonas Thümmler, Fabian Wiede und Colja Löffler insgesamt zehn Treffer gegen den Aufsteiger bei. Und nach drei Monaten Verletzungspause feierte Nationalspieler Sven-Sören Christophersen ein gelungenes Comeback.
Eisenach ist für die Füchse jetzt aber abhakt, denn schon am Mittwoch steht das schwere Spiel bei der HBW Balingen-Weilstetten an, traditionell ein unbequemer Gegner, wo man als Favorit leicht mal ins Straucheln kommt. „Es wird sicherlich ein körperbetontes Spiel – da müssen wir dagegenhalten“, so Hanning. Eine Woche später steht das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen an. „Wir brauchen zwei Siege, um von einem gelungenen Saisonstart sprechen zu können“, sagte Hanning, „die Mannschaft hat das Potenzial. Das hat nichts mit zusätzlichem Druck zu tun. Zwei Siege kann man erwarten.“





