Handball

Warum Volker Zerbe zu den Füchsen nach Berlin wechselt

Fast sein ganzes Handballer-Leben verbrachte Volker Zerbe in Lemgo, zunächst als Spieler, kurz als Trainer, dann als Manager. Der Morgenpost erklärt er, was ihn zum Wechsel zu den Füchsen Berlin bewog.

Foto: Fishing4 / pa

Von der kommenden Saison an wird Volker Zerbe (45) als Sportkoordinator bei den Füchsen Berlin arbeiten. Morgenpost-Redakteur Sebastian Arlt sprach mit ihm.

Berliner Morgenpost: Herr Zerbe, beschreiben Sie doch bitte Ihre Funktion als Sportkoordinator bei den Füchsen.

Volker Zerbe: Es geht darum, die erste Mannschaft zu unterstützen, organisatorisch wie im sportlichen Bereich. Es geht aber auch darum, Bob Hanning (Füchse-Geschäftsführer, d.R.) zu entlasten. Dann hat mich ein anderes Thema in Berlin auch noch gereizt…

...bei den Füchsen wird großer Wert auf Nachwuchsarbeit gelegt.

Genau. Das ist ein Bereich, der in den vergangenen Jahren herrlich gewachsen ist, nicht nur wegen der Erfolge der Mannschaften. Es sind auch Talente in die erste Mannschaft hochgekommen. Es gilt, die hervorragende Arbeit der Vergangenheit fortzuführen und zu intensivieren. Ziel ist es, eine größtmögliche Anzahl von Spielern dann auch bundesligatauglich zu machen. Deshalb freue ich mich auch besonders, dass zu Aufgaben, die ich von früher schon kenne, jetzt auch noch neu hinzukommen wird, dass ich verantwortlich für die B-Jugend sein werde.

Einen Sportkoordinator gab es bisher bei den Füchsen noch nicht, Sie werden sich positionieren müssen.

Der Klub hat in Dagur Sigurdsson einen hervorragenden Trainer und Bob Hanning, der das Konstrukt aufgestellt hat und es immer weiter nach vorne treibt. Aber das Aufgabenfeld ist so vielfältig geworden, dass man es mit einer kleinen Mannschaft nicht mehr betreuen kann. Ich hoffe, dass ich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung auf vielen Gebieten helfen kann. Sicherlich gibt es Abgrenzungen, aber es geht darum, im Team größtmöglichen Erfolg zu haben. Ich habe mich immer als Teamplayer gesehen und nicht als Alleindarsteller.

Wo werden Sie während der Spiele sitzen – auf der Tribüne oder auf der Bank?

Ich werde gemeinsam mit Dagur und Bob auf der Bank sitzen dann sicher auch einige Aufgaben von Alexander Haase (ehemaliger Cotrainer, d.R.) übernehmen.

Im August 2012 haben Sie Ihr Amt als Geschäftsführer in Lemgo aufgegeben, Sie fühlten sich ausgebrannt, litten unter einem Burn-out. Wie geht es Ihnen jetzt?

Mir geht es sehr gut. Ich habe meine mentale Stärke wiedergefunden durch medizinische und psychologische Hilfe. Der Akku ist wieder voll geladen.

Eine große Belastung waren für Sie wohl auch die Turbulenzen am Ende Ihrer Amtszeit in Lemgo, die in einer Strafanzeige gegen Sie wegen Untreue gipfelten. Was ist aus der Sache geworden?

Das ist immer noch ein schwebendes Verfahren. Aber ich bin nach wie vor sehr zuversichtlich, dass sich all diese Missverständnisse aufklären werden. Es war anfangs eine sehr schwere Zeit, wenn man mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird, aber jetzt blicke ich nach vorne und freue mich auf die kommende Aufgabe.