Handball

Nach Rückzug von Atletico hoffen Füchse auf Champions League

Der spanische Klub hat hohe Steuerschulden und stellt mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb ein. Für die Füchse könnte sich nun ein Hintertürchen in die europäische Eliteliga des Handballs auftun.

Foto: Sport Moments / picture alliance / Sport Moments

Noch ist alles rein hypothetisch, nichts Genaues weiß man nicht. Aber die Sache ist brisant. Denn es stellt sich die Frage: Werden die beiden Qualifikationsspiele (21. und 23.8.) für die Champions League zwischen den Handballteams der Füchse Berlin und von Titelverteidiger HSV Hamburg abgesetzt? Dürfen eventuell sowohl die Berliner als auch die Hamburger als vierter und fünfter deutscher Klub neben Kiel, Flensburg und den Rhein-Neckar Löwen in der europäischen Eliteliga spielen?

Dass es zu derartigen Gedankenspielen kommt, hängt mit dem Rückzug des Spitzenklubs Balonmano (BM) Atletico Madrid zusammen. Die Spanier haben knapp eine Million Euro Steuerschulden, der Lizenznehmer des Vereins namens CB Neptuno zieht sich zurück, Spieler und Trainer sind freigestellt.

EHF hält sich noch bedeckt

Wer rückt nun nach? Wobei man wieder beim HSV und den Füchsen ist. Der europäische Dachverband EHF hält sich noch bedeckt: „Aus Sicht der EHF ist es zu früh, über Auswirkungen zu spekulieren“, sagte Markus Glaser, der Wettbewerbsmanager der EHF.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning beobachtet das Ganze genau: „Ich habe gleich meinen Kollegen im Hamburg angerufen und ihn angespitzt.“ Vielleicht rückt ja Champions-League-Sieger HSV direkt nach – und die Füchse müssten den Weg über ein (vermeintlich leichteres) Qualifikationsturnier gehen.

Hamburg will gleich einen Spanier verpflichten

Der HSV Hamburg bemüht sich indes nach der Pleite von Atletico Madrid um eine frühere Verpflichtung von Rückraumspieler Joan Cañellas. „Durch diese Nachricht stehen wir natürlich vor einer veränderten Situation. Wir werden uns damit auseinandersetzen und stehen hier auch in engem Kontakt zu Joan Cañellas“, sagte HSV-Geschäftsführer Christoph Wendt am Dienstag in Hamburg.

Eigentlich sollte der 26 Jahre alte spanische Handball-Nationalspieler Cañellas erst 2014 in der Hansestadt spielen. Er wurde als Ersatz für den dann zum Bundesliga-Rivalen THW Kiel wechselnden kroatischen Rückraumstar Domagoj Duvnjak verpflichtet.