Die Gerüchte gab es schon lange, jetzt ist es offiziell: Champions-League-Sieger HSV Hamburg ist an einer Verpflichtung von Handball-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter (28) von den Füchsen Berlin interessiert.

„Dass Silvio Heinevetter Tendenzen hat, den Verein zu verlassen und nach Höherem strebt, dass wir eine gewisse Affinität zu ihm haben, ist so“, sagte HSV-Präsident Matthias Rudolph und bestätigte Gespräche mit dem Keeper. Heinevetter sei „ein außergewöhnlicher Torwart, der in der Bundesliga gezeigt hat, dass er eine Macht ist“, sagte Rudolph. Zudem habe er „noch fünf bis zehn gute Jahre vor sich. Dass er für jede Mannschaft eine Verstärkung wäre, ist auch klar.“ Die finanziellen Rahmenbedingungen seien bereits ausgelotet.

Heinevetter selbst hält sich bedeckt. „Dazu gibt es nichts zu sagen. Ich habe Urlaub“, sagte Heinevetter und wiegelte weitere Fragen zu seiner Zukunft ab.

Füchse-Präsident Frank Steffel setzt trotz des potenten Nebenbuhlers auf den Verbleib seines sportlichen Aushängeschilds. „Ich bin zuversichtlich, dass er dauerhaft bei uns in Berlin bleibt. Er passt zu uns und gehört nach Berlin“, sagte Steffel der Zeitung „B.Z.“: „Wenn Heine sportlich nach Höherem strebt, dann muss er in Berlin bleiben. Trotz des halben Etats haben wir die letzten beiden Saisons vor dem HSV beendet.“

„Wenn er finanziell nach Höherem strebt, dann muss er zum HSV wechseln. Aber so habe ich Silvio die letzten Jahre nicht kennen- und schätzengelernt“, sagte Steffel.

Heinevetter spielt seit 2009 für die Berliner. Sein Vertrag läuft im Sommer 2014 aus.

Gehört inzwischen zum Berliner Jetset

Seine überragenden Qualitäten hat er in dieser Zeit zur Genüge bewiesen. Seit seinem Wechsel aus Magdeburg ging es mit dem Hauptstadtklub kontinuierlich bergauf. Inzwischen sind die Berliner sogar Stammgast in der Champions League.

Zu Sommer 2014 könnten die Hanseaten bei ihrem Wunschkandidaten zuschlagen, die Voraussetzungen stimmen: Als Ersatz für den abgewanderten Dan Beutler wurde der dänische Europameister Marcus Cleverly geholt, Vertragsdauer: ein Jahr.

Heinevetter würde als schillerndste Figur des deutschen Handballs perfekt in die neue Marketingoffensive der Hanseaten passen, die am Mittwoch in dem ehemaligen Fußball-Profi Frank Rost bereits einen hochkarätigen Neuzugang für die Geschäftsführung vorgestellt haben.

Das Ziel ist klar: Der HSV will Serienmeister THW Kiel als Nummer eins der Sportart ablösen. Heinevetter könnte bei den Hamburgern im Doppel mit Johannes Bitter (Vertrag bis 2015) ein perfektes Torhütergespann bilden.

Es sind allerdings nicht allein die sportlichen Leistungen, die Heinevetter so begehrt machen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, ARD-Tatort-Kommissarin Simone Thomalla, gehört er inzwischen zum Berliner Jetset und ziert nicht selten die Klatschseiten der Regenbogen-Presse. Der Schlussmann mit den langen Haaren ist längst zu einer Marke geworden - die nicht nur in Berlin begehrt ist.

sid/sei