Das ausgegebene Ziel haben die Füchse Berlin bereits erreicht. Immer wieder hatte Bob Hanning, der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten, erklärt, dass der Klub nach zwei Spielzeiten in der Champions League unbedingt auch im kommenden Jahr europäisch dabei sein wolle. Die Teilnahme am EHF-Cup, unterhalb der Beletage Champions League angesiedelt, haben die Berliner ja bekanntlich bereits sicher. Aber wer zwei Jahre lang bei den ganz Großen mitgespielt hat, dabei erst das Final Four und danach das Achtelfinale erreicht hat, möchte sich natürlich wieder mit den Besten messen.

Was allerdings völlig in den Sternen steht, um so mehr, seit der HSV Hamburg am Sonntag überraschend den Titel in der Champions League gewonnen hat. Wegen dieses Erfolges könnte das Team in den Genuss einer Ausnahmegenehmigung der Europäischen Handball-Föderation (EHF) kommen – mit Folgen für die Füchse.

Generell ist der Champions-League-Gewinner nicht automatisch für die kommende Saison qualifiziert. In der Liga liegt Hamburg auf dem fünften Platz (einen Minuspunkt hinter Berlin). Die ersten drei Teams THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt haben sich direkt für die Königsklasse qualifiziert. Der Vierte – derzeit eben die Füchse – hätte eigentlich die Möglichkeit, sich das Ticket in einem Qualifikationsturnier zu sichern.

Das Problem mit den EHF-Regularien

In den EHF-Regularien ist aber vermerkt, dass ein Champions-League-Sieger, der sich nicht über die nationale Meisterschaft direkt für die neue Saison qualifiziert, auf jeden Fall Teilnehmer an diesem Wildcard-Turnier ist. Außerdem besteht sogar die Möglichkeit, dass die EHF einem Verein im Ausnahmefall einen direkten Startplatz in der Gruppenphase einräumen kann.

Würde dann aber trotzdem ein weiterer deutscher Klub zu besagtem Turnier eingeladen werden? Eine Champions League in der kommenden Spielzeit eventuell sogar mit fünf deutschen Teams?

Berliner Füchse hoffen als Vierter auf die Champions Leage

Fragen, die die EHF erst in einigen Wochen beantworten wird. Bei den Füchsen ist man jedenfalls optimistisch, als Vierter zum Qualifikations-Turnier eingeladen zu werden. Aber Hanning warnt auch gleich: „Wir müssen erst noch unsere Hausaufgaben machen, bevor wie uns überhaupt Gedanken um andere Sachen machen können.“ Sprich: Rang vier muss am kommenden Sonnabend im letzten Saisonspiel beim TSV Hannover-Burgdorf mit einem Erfolg gesichert werden. Ansonsten könnten die Hamburger noch vorbeiziehen.

Für Hanning steht nach dem 29:28-Sieg gegen Gummersbach am Sonntag jedenfalls fest: „Wenn wir in Hannover so spielen wie gegen Gummersbach, sind wir chancenlos.“ Alle Beteiligten bei den Berlinern seien da wohl schon „zu sehr auf Abschied und Party eingestellt“ gewesen. Kapitän Torsten Laen, einer von sechs Spielern, die die Füchse verlassen werden, verspricht allerdings: „Wir alle wollen uns mit Platz vier verabschieden.“ Und dann auf den „Handball-Gott EHF“ (Hanning) hoffen.

alex/seb