Handball

Füchse-Kapitän Laen - zum Abschied noch mal Königsklasse

Nach vier Jahren verlässt der Däne die Füchse. Vorher will er sich mit den Berlinern aber noch für die Champions League qualifizieren.

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Hier ein schmerzhafter Schlag in die Rippen, da der Griff in den zum Wurf gespannten rechten Arm. Torsten Laen kennt im Handball jeden schmutzigen Trick des Gegenspielers, der ihn am Torerfolg hindern will. Blaue Flecken am Oberkörper gehören für den Dänen zum Alltag, als Kreisläufer kennt er das nicht anders.

Doch Laen kann auch selbst beherzt zupacken, mit 24 Gelben Karten führt er die teaminterne Strafenstatistik der Füchse Berlin an, er ist neben Abwehrchef Denis Spoljaric der entscheidende Mann in der Defensive der Füchse. Und auf eine gute Abwehr wird es an diesem Dienstag im Ost-Derby gegen den SC Magdeburg (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) besonders ankommen.

Es ist das vorletzte Mal, dass die 9000 Zuschauer in der Arena in Prenzlauer Berg beim Einlaufen den Namen des Füchse-Kapitäns rufen und den Fan-Liebling in Aktion erleben werden. Im Sommer verlässt Laen den Klub und kehrt in seine Heimat zurück. Nach vier Jahren, in denen er den steilen Aufstieg der Füchse zum internationalen Topverein entscheidend mitgeprägt hat.

Und natürlich verspürt der 33-Jährige auch ein bisschen Wehmut bei dem Gedanken daran, der Stadt und dem Klub den Rücken zu kehren. „Es war ja eine richtig gute Zeit hier“, sagt Laen und hat sich für seinen Abschied ein besonders Geschenk ausgedacht. Er lächelt, sagt dann: „Ich will mich mit den Füchsen wieder für die Champions League qualifizieren.“

Die ganze Aufmerksamkeit der Füchse gilt der Liga

Dieses Vorhaben ist in der Tat für die Berliner noch möglich, auch wenn diese Saison nicht ganz so störungsfrei verlaufen ist wie die beiden vorherigen Spielzeiten, die ihren Höhepunkt im Erreichen des Final Four der Königsklasse gefunden hatten. In dieser Saison war für die aufstrebenden Füchse in der Champions League im Achtelfinale Schluss, seitdem gilt die ganze Aufmerksamkeit der Liga. Ein Platz im europäischen Wettbewerb soll es unbedingt wieder sein, die Fans sind ja jetzt verwöhnt.

Nach Siegen über Lemgo, die Rhein-Neckar Löwen und in Wetzlar hat die Mannschaft von Cheftrainer Dagur Sigurdsson den vierten Tabellenplatz verteidigt. Mit einem Punkt Rückstand auf den dritten Platz und drei Punkten Vorsprung auf den Fünftplatzierten HSV Hamburg belegen die Berliner im Moment einen Startplatz für den EHF-Cup und haben die Chance auf eine mögliche Champions-League-Qualifikation. „Man kann daher schon sagen, dass das Derby gegen Magdeburg ein Schlüsselspiel für uns ist“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Gelingt der Sieg, würden die Berliner mit einem guten Vorsprung zum Auswärtsspiel nach Hamburg fahren. Die Partie steigt in einer Woche. Laen, der zweimalige Champions-League-Sieger, will im Endspurt für die Füchse noch einmal alles geben: „Für mich gibt es immer nur einhundert Prozent.“