Pech in der Schlusssekunde, Pfosten statt Tor: Die Füchse Berlin haben haarscharf die Überraschung verpasst und sind aus der Handball-Königsklasse ausgeschieden. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Es waren 120 Minuten großer Kampf und großer Handball“, kommentierte Füchse-Coach Dagur Sigurdsson den knappen K.o. gegen Atletico Madrid.
Bartlomiej Jaszka hatte vor neun Tagen eine Blinddarm-OP
Im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals unterlag der Bundesligist am Sonntag dem Favoriten mit 26:27 (13:14), nachdem in der spanischen Hauptstadt ein 29:29 gelungen war. Mit der letzten Aktion traf Spielmacher Bartlomiej Jaszka, der neun Tage nach einer Blinddarm-Operation schon wieder Regie führte, nur den Pfosten des Madrider Tores. Ein 27:27 hätte die Füchse weitergebracht.
„Abgesprochen war es nicht. Wir hatten einen Spieler mehr auf dem Spielfeld, da muss man abwarten, wann die Chance kommt. Baba hat einen guten Wurf genommen, er war leider nicht drin“, kommentierte Sigurdsson den folgenschweren Fehlversuch des Polen.
Lange im Rückstand
In einem intensiven und spannenden Spiel lagen die Füchse gegen die cleveren und robusten Gäste lange Zeit in Rückstand. Doch mit einer großen kämpferischen Leistung und einem starken Torhüter Petr Stochl kamen die Gastgeber zurück und konnten bis kurz vor dem Ende erneut darauf hoffen, wie im Vorjahr in das Finalturnier der Champions League einzuziehen. „Jetzt müssen wir uns auf die Bundesliga konzentrieren. Es geht weiter“, bemerkte ein geschockter Trainer Sigurdsson.
Die Berliner produzierten vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle zunächst einen Fehlstart. So stand es nach zehn Minuten 2:6, später 4:9, ehe die Füchse ins Spiel fanden. Beim 19:16 wackelte der ehemalige Champions-League-Sieger. Doch Superstar Kiril Lazarov, bester Torschütze bei Welt- und Europameisterschaften, machte 30 Sekunden vor dem Abpfiff den Sieg für Atletico klar.





