Handball

Füchse suchen Balance zwischen heißem Herz und kühlem Kopf

Das Berliner Handballteam hat am Sonntag die Chance, in der Champions League das Viertelfinale zu erreichen. Gegner Atletico Madrid ist mit seiner absoluten Weltklassemannschaft in der Schmeling-Halle jedoch Favorit.

Foto: J.J. Guillen / dpa

Das hört sich gut an. „Ich fühle mich fünf Jahre jünger“, sagt Iker Romero. Der Handballprofi von den Füchsen Berlin vergleicht seinen Zustand mit dem Status, als er vor etwa 20 Monaten nach Berlin kam. Und er fühlt sich leichter. Die Arbeit mit Athletik-Trainer Erik Helm hat Wirkung gezeigt: Hatte der 32-Jährige damals 102 Kilogramm am Körper, sind es inzwischen nur noch 92.

Und auf den Spanier wird es wieder besonders ankommen, wenn die Füchse am Sonntag (18 Uhr, Eurosport live) in der Max-Schmeling-Halle im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League auf Atletico Madrid treffen. Im Hinspiel in der spanischen Hauptstadt hatte Romero überragt: Acht Tore schoss er selbst, fast jeden der sechs Treffer von Kreisläufer Evgeni Pevnov bereitete er vor. 29:29 hieß es am vergangenen Sonntag. „Es geht wieder bei 0:0 los“, wie es Pevnov ausdrückt. Die Füchse scheinen in eigener Halle im Vorteil.

Berliner dürfen sich nicht zu sicher fühlen

Das Schlimmste wäre es allerdings, wenn sich die Berliner zu sicher fühlen würden. Denn zum einen sind die Spanier auswärts nicht schwächer als daheim, zum anderen „haben wir absolut am Limit gespielt“, hat Geschäftsführer Bob Hanning erkannt. Gelingt das noch einmal? Schaffen es die Füchse erneut, das Fehlen ihres etatmäßigen Spielmachers Bartlomiej Jaszka (Blinddarm-Operation) zu kompensieren? In Madrid gelang dies in Person von Romero sehr gut.

Der Respekt vor den Spaniern ist ungebrochen. „Die haben viele Waffen“, sagt Berlins Trainer Dagur Sigurdsson. Er hofft auf eine „überragende Verteidigungs- und Torhüter-Leistung“. In der Offensive lautet der Plan: „Wir müssen auf Tempo gehen.“ Dabei darf die Last nicht komplett auf Romero liegen, dem seine spanischen Landsleute diesmal sicherlich von Beginn an heftig zusetzen werden. Bei der Generalprobe für Madrid, dem 30:21 gegen Großwallstadt am Mittwoch, zeigten Börge Lund und Sven-Sören Christophersen, dass auch sie im Rückraum Romero gut entlasten können.

Füchse setzen auf die Begeisterung des Publikums

Und dann soll natürlich das Publikum in der ausverkauften Schmeling-Halle seinen Teil beitragen. „Auch die Zuschauer müssen alles geben“, fordert Hanning. In seinen Augen ist Atletico nach wie vor Favorit, „wir sind Außenseiter“. Doch mit Leidenschaft – von Spielern wie von Fans – könne alles erreicht werden. Auch ein Sieg gegen das Weltklasseteam von der iberischen Halbinsel. Er hofft, „dass wir von der Euphorie getragen werden“. Doch Hanning warnt im gleichen Atemzug auch vor der Gefahr, die besteht: „Wir dürfen nicht überdrehen.“ Heißes Herz und kühler Kopf sind gefragt. Oder um es mit Iker Romero zu sagen: „Wir dürfen jetzt nicht den Kopf verlieren.“