Champions League

Berliner Füchse siegen kontrolliert, aber zu lässig

In der Champions League ist den Füchsen gegen Schaffhausen der dritter Sieg im vierten Spiel geglückt. Bob Hanning übte dennoch Kritik.

Foto: Florian Achberger / dapd

Erst lenkte Petr Stochl den Ball akrobatisch über das Tor, wenige Sekunden später parierte Silvio Heinevetter gekonnt einen Strafwurf des Gegners. Es war eine gelungene Arbeitsteilung der beiden Füchse-Torhüter an diesem Champions-League-Abend in der Schmeling-Halle, und sie war auch die Grundlage für den zweiten Heimsieg der Berliner in der Königsklasse. Mit 31:27 (14:11) bezwangen die Füchse die Kadetten Schaffhausen vor 5259 Zuschauern. Mit dem dritten Erfolg im vierten Spiel der Gruppenphase festigten die Berliner den zweiten Platz in der Gruppe D hinter Barcelona. "Es war das erwartet schwere Spiel", sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, "wir haben die Partie einigermaßen gut kontrolliert, waren zum Teil zu lässig. Aber wir haben gesiegt und das zählt." Der Isländer gab seinen Spielern nach den Strapazen der letzten Tage spontan zwei Tage frei.

Christophersen verletzt

Einen Wermutstropfen gab es durch die Verletzung von Sven-Sören Christophersen. Der Nationalspieler hatte Mitte der ersten Hälfte zwei Schläge auf den rechten Daumen bekommen und musste von da an die Partie mit einem Eisbeutel von der Bank aus verfolgen. "Ich hatte ein Taubheitsgefühl und konnte keinen Ball mehr greifen. Es hätte keinen Sinn gemacht, weiterzuspielen", sagte Christophersen.

Die Kadetten sind in der Schweiz eine Macht und der erfolgreichste Handballverein des Landes. Sechs Mal gewannen sie zwischen 2005 und 2012 die Meisterschaft, 2010 stand der Verein gar im Finale des EHF-Cups. Als mehrmaliger Landesmeister haben die Schaffhausener deutlich mehr Erfahrung als die Füchse in der Champions League, dieser Vorsprung war am Mittwoch aber nicht zu erkennen. Die Berliner drückten von Beginn an mächtig aufs Tempo und ließen den Gästen nur wenig Raum. Christophersen gelang in der siebten Minute ein Doppelschlag zum 5:2.

Höherer Erfolg war möglich

Unter dem Jubel der Fans wehrte Stochl wenig später einen Heber der Schweizer von Rechtsaußen ab, den dadurch ermöglichten Gegenzug schloss Markus Richwien zum 6:2 ab (9.). Die Schweizer schienen sich für die Füchse als leichte Beute zu erweisen. Doch dann vergaben sie gleich mehrere Würfe, so dass die Kadetten wieder den Anschluss schafften.

Für den verletzten Christophersen kam Iker Romero im halblinken Rückraum, und der Spanier nutzte seine Chance in Form von vier schönen Toren. Insgesamt wechselte Dagur Sigurdsson jetzt munter durch. Zwar wurde nicht jede Chance genutzt, ihren Vorsprung konnten die Füchse aber dennoch halten. Wäre es nach Geschäftsführer Bob Hanning gegangen, hätten die Füchse mit sehr viel mehr Toren führen müssen. "Aber einige Spieler waren der Meinung, sie müssten jeden Wurf nehmen. Wenn man so spielt, kommen eben nur drei Tore Vorsprung zustande."

Im zweiten Durchgang behielten die Füchse die Kontrolle über das Spiel. Mark Bult erzielte in der 43. Minute das 19:15. Der Niederländer war gemeinsam mit Markus Richwien (beide fünf Tore) bester Berliner Werfer. Mehr und mehr setzte sich nun die individuelle und spielerische Klasse der Berliner durch. Am Ende war fast jeder Wurf der Berliner ein Treffer. Der Sieg hätte zwar höher ausfallen können, dennoch brachte es Markus Richwien auf den Punkt: "Wir haben zwei Punkte gewonnen, es läuft alles nach Plan."