Sich einfach mal zurücklehnen, zufrieden sein mit dem, was erreicht worden ist. Diese Momente des Genusses gönnt sich Bob Hanning selten. Stillstand ist nicht sein Ding, der Geschäftsführer der Füchse Berlin ist stets in Bewegung, denn er will seinen Handballverein jeden Tag ein klein bisschen besser machen.

Am Montag aber, 24 Stunden nach dem souveränen 29:22 im Champions-League-Gruppenspiel beim ungarischen Vizemeister SC Pick Szeged, hielt der 44-Jährige für einen Moment inne. „Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Sie ist jetzt da, wo ich sie haben will.“

Sieben Wochen ist die neue Saison alt, und was die nackten Zahlen angeht, knüpfen die Füchse nahtlos an die Erfolge der Vorsaison an. Mit 16:2 Punkten führen sie die Bundesliga-Tabelle an, in der Königsklasse liegen die Berliner nach zwei Siegen und einer Niederlage auf Kurs Richtung Achtelfinale. Ein Sieg am Mittwoch gegen die Kadetten Schaffhausen (19 Uhr, Schmeling-Halle) und die K.o.-Runde in der Champions League ist greifbar nah.

„Maximales Miteinander“

„Wenn mir das jemand vor Saisonbeginn gesagt hätte, dann wäre ich auf den Gendarmenmarkt gerannt und hätte laut geschrien, dass wir eine tolle Mannschaft haben“, sagte Hanning. Und dennoch: Der Manager und sein Cheftrainer Dagur Sigurdsson waren trotz der Erfolge nicht so recht glücklich mit den Darbietungen ihres Teams.

Da fehlte es noch an der „Leichtigkeit und dem maximalen Miteinander der Vorsaison“ (Hanning). Sigurdsson erkannte, „dass wir es deutlich besser können“.

Wie Handball der Spitzenklasse aussieht, das zeigten die Füchse schließlich am Sonntag in der zweiten Halbzeit in Szeged. Aus einer aggressiven Abwehr heraus ließen sie den Ungarn keine Chance, der Gegenstoß war unwiderstehlich, und im Tor zeigte Silvio Heinevetter eine Weltklasseleistung. Der Schlussmann der Füchse erzielte kurz vor Schluss sogar per Abwurf selbst einen Treffer.

Freude am Spiel zurück

„Das war unsere bisher beste Saisonleistung. Die Abwehr und Silvio Heinvetter haben überzeugt und Szeged nur wenige Chancen gelassen“, sagte Sigurdsson. Und Hanning jubilierte: „Wir hatten heute wieder Freude am Spielen. Diese tolle Leistung hat mich an die alten Erfolge der letzten Saison erinnert.“

Leidenschaft, Herz und vollen Einsatz fordern die Verantwortlichen der Füchse von ihren Handball-Profis. „Aber diese Tugenden waren bis zum Szeged-Spiel nicht so vorhanden wie in den beiden Jahren zuvor“, sagte Hanning, „auch wenn wir immer in der Crunchtime überzeugt haben.“

Er habe ja auch nicht so recht gewusst, woran es gelegen habe, denn die Einstellung habe immer gestimmt. Arroganz? Fehlanzeige. Auch räumte Hanning ein, „dass das ein Jammern auf sehr hohem Niveau ist“. Die Erleichterung im Fuchsbau ist jedenfalls groß nach dem Sieg in Szeged. Hanning lacht: „Wir sind wieder voll da.“