Seine Geduld zahlte sich aus. Bis zur 51. Minute war Iker Romero nur zu Kurzeinsätzen in der Partie der Füchse Berlin beim SC Pick Szeged in Ungarn gekommen, dann aber war die Zeit reif für seinen großen Auftritt. Binnen weniger Sekunden schloss der Spanier zwei Tempogegenstöße mit Toren ab und ebnete seinem Team somit den Weg zum Sieg. Nach einer überragenden zweiten Halbzeit gewannen die Füchse im dritten Gruppenspiel der Champions League in Szeged mit 29:22 (14:14) und kletterten in der Gruppe D auf Rang zwei.
Am Mittwoch gegen Schaffhausen
Die Partie beim ungarischen Vizemeister war das erste von zwei Schlüsselspielen in der Königsklasse und für die Berliner die sechste Partie innerhalb von 20 Tagen. Bereits am Mittwoch empfangen die Füchse die Kadetten Schaffhausen (Schweiz) in der Max-Schmeling-Halle (19 Uhr). Als Ziel haben sie sich bei ihrem zweiten Start in der Beletage des europäischen Klub-Handballs das Erreichen des Achtelfinals gesetzt, und das wird bei der enormen Leistungsdichte der Mannschaften ein hartes Stück Arbeit – mit dem souveränen Sieg bei Pick Szeged aber sind die Füchse diesem Vorhaben ein gutes Stück näher gekommen. „Die Gruppe ist bis auf Barcelona sehr eng beieinander“, sagt denn auch Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, der in Ungarn seine Bestbesetzung auf das Parkett schicken konnte.
Gleich von Beginn an wurde auf den Rängen des „Varosi Sportcsarnok“ in Szeged lautstark getrommelt, die 3200 Zuschauer fassende Arena gilt über die Landesgrenzen hinaus als Hexenkessel. „Wir dürfen uns von der Kulisse nicht beeindrucken lassen“, hatte Geschäftsführer Bob Hanning vor dem Anwurf gemahnt. Und die Berliner Spieler legten selbstbewusst los. Mark Bult, der im rechten Rückraum zunächst den Vorzug vor Konstantin Igropulo erhielt – der Russe hat nach einer Verletzung sowie einem Trauerfall in der Familie leichten Trainingsrückstand –, brachten seine Füchse mit einen schönen Heber mit 3:2 in Führung. Im Tor zeigte Silvio Heinevetter hohe Wachsamkeit und parierte immer wieder gute Würfe der Ungarn.
In der Abwehr agierten die Berliner mit der nötigen Aggressivität, wodurch sie die gegnerischen Spieler zu Fehlwürfen trieben. Nationaltorhüter Heinevetter leitete mit seinen Glanzparaden immer wieder Gegenstöße ein, die seine Vorderleute zu nutzen wussten. Allen voran Ivan Nincevic. Der Kroate brillierte gestern wieder einmal auf der linken Angriffsbahn. Im Eins-gegen-eins war der flinke Rechtshänder kaum von den Ungarn zu halten, immer wieder überwand er die Abwehr und war am Ende mit sieben Toren (davon ein Siebenmeter) auch bester Berliner Werfer.
In der 20. Minute gelang dem Olympiadritten mit dem 10:7 sein vierter Treffer. Doch dann zeigten die Füchse auf einmal Schwächen und die Gasteber gingen nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich sogar 14:12 (29.) in Führung. Zudem erlebten die Füchse eine Schrecksekunde, als Torjäger Nincevic einen Schlag auf den Kopf bekam. Mit einem dicken Verband um den Kopf konnte der Kroate aber weiterspielen.
Heinevetter mit Kunstwurf
In der Kabine muss Dagur Sigurdsson die richtigen Anweisungen gegeben haben, denn die Berliner agierten im zweiten Durchgang nun viel zielstrebiger und mit deutlich mehr Aggressivität. Der Lohn: In der 44. Minute setzten sie sich mit 21:18 ab. Und als Iker Romero dann der Doppelschlag gelang, war der Drops gelutscht. Der Widerstand der Ungarn war endgültig gebrochen. Für den finalen Glanzpunkt sorgte Torhüter Silvio Heinevetter, der kurz vor Schluss mit einem Abwurf zu 28:22 traf.
BMO





