Handball

Berliner Füchse haben schlechte Karten gegen Kiel

Nach dem Punktverlust gegen Melsungen droht den Berlinern ein Niederlage. Gegen den THW Kiel stehen die Chancen für die Füchse schlecht.

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Die Körpersprache der Berliner Handballprofis sagte alles. Zwar kamen die Füchse-Spieler nach der Schlusssirene ihrer Pflicht nach, den jungen Fans Autogramme zu geben, aber ein Lächeln fiel schwer. Das Team um Kapitän Torsten Laen war nach dem 27:27 (15:16) gegen die MT Melsungen bedient. „Wir haben uns immer wieder aushebeln lassen“, meinte Sven-Sören Christophersen kopfschüttelnd. Immerhin hatte der Nationalspieler mit zehn Toren seine Mannschaft im Spiel gehalten.

Doch es nutzte nichts, am Ende tanzten die Melsunger auf dem Parkett Ringelreihen, feierten ihren verdienten Punktgewinn. Zuletzt hatte ein Gästeteam am 12. März 2012 Grund zur Freude, Frisch Auf Göppingen nach einem 30:30. Gerade ihre Heimstärke hat den Füchsen zuletzt zweimal den Weg in die Champions League geebnet. In der vergangenen Spielzeit gaben sie daheim nur drei Punkte ab, eben gegen Göppingen und am 30. Oktober 2011 beim 32:33 gegen den THW Kiel.

Bei aller berechtigten Selbstkritik der Spieler gingen aber bei allen gleich die Gedanken in Richtung Sonntag (Schmeling-Halle, 17.30 Uhr), wenn es zum Bundesliga-Hit zwischen den Füchsen und dem THW Kiel kommt. „Da brauchen wir einen Tag, an dem alles passt“, sagte Laen. Also nicht so einen Abend wie gegen Melsungen. Denn sonst droht den Berlinern eine herbe Niederlage. „Wir müssen eine deutliche Leistungssteigerung zeigen“, meinte auch Christophersen, der hoffte, „dass die Kieler noch nicht so richtig eingespielt sind.“ Davon konnte bisher aber nicht wirklich die Rede sein. Während sich die Füchse am Mittwochabend mühten, lieferte der Triple-Gewinner der vergangenen Spielzeit (Meisterschaft, Pokal, Champions League) locker ein 37:26 gegen GWD Minden ab. Auf eine mögliche Schwäche der Kieler zu setzen, verbietet sich für die Füchse. Sie müssen zur eigenen Stärke zurückfinden.

Lund und Igropulo fraglich

Es wird sich beheben lassen, dass es die Berliner teilweise zu lasch angingen gegen Melsungen, man habe nach Führungen immer wieder gedacht, „das geht auch so, aber es geht nicht einfach so“, schimpfte Laen. Christophersen stimmte zu: „Wenn wir nicht einhundert Prozent abrufen, reicht es nicht.“

Viel schwerer wiegt, dass die Berliner momentan „nicht breit genug aufgestellt sind“, wie es Trainer Dagur Sigurdsson ausdrückte. Gerade im Rückraum mussten die Stammspieler zu lange auf dem Parkett stehen. „Da hat dann die Kraft nachgelassen“, erkannte der Trainer. Es fehlte die Entlastung: Immer noch plagt sich Zugang Börge Lund mit einer nicht ganz überstandenen Bauchmuskelzerrung herum. Gegen Melsungen machte er sich warm, musste dann doch passen. Konstantin Igropulo, der andere Neue, erlitt nach wenigen Minuten die gleiche Verletzung. Ihr Einsatz am Sonntag ist sehr fraglich. Keine guten Aussichten.