Handball

Füchse beenden Siegesserie von Gummersbach

Die Füchse Berlin haben ihren zweiten Platz in der Handball-Bundesliga hinter dem souveränen Tabellenführer THW Kiel behauptet. Nur zwei Tage nach dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League gewann das Team aus der Hauptstadt gegen den VfL Gummersbach mit 27:24 (13:12).

Es waren exakt 43:45 Minuten gespielt, als in der Max-Schmeling-Halle endlich wieder der Punkrock-Klassiker „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen eingespielt wurde. Die 5875 Fans jubelten, und Alexander Petersson lag beim Zurücklaufen ein breites Lächeln auf dem Gesicht, gepaart mit einem guten Schuss Erleichterung. Soeben hatte der Isländer in Diensten der Füchse Berlin im Bundesligaspiel gegen den VfL Gummersbach den Treffer zum 22:18 erzielt. Eigentlich ist das Torewerfen auch sein Job, aber ebendiesen hatte Petersson aufgrund einer Schulterverletzung (Schleimbeutelentzündung) lange Zeit nicht richtig ausüben können. Gestern Abend feierte er mit dem Treffer sein Comeback und freute sich am Ende mit den Füchsen über den 27:24 (13:12)-Erfolg gegen den Traditionsklub aus dem Oberbergischen.

„Mit diesem Sieg können wir den großen Traum, noch einmal in der Champions League zu spielen, weiter leben“, freute sich Geschäftsführer Bob Hanning, der vor dem Anwurf noch vor dem VfL gewarnt hatte. Immerhin hatten die Berliner im Hinspiel nur ein Unentschieden geschafft. „Wir müssen uns komplett auf das Duell fokussieren und alles abrufen, um diesen wichtigen Sieg zu erringen, wir brennen auf die Revanche.“

Dass es an diesem Abend nicht mit halber Kraft gehen sollte, zeigte sich rasch. Der VfL ist in der Bundesliga so etwas wie die Mannschaft der Stunde, nach einer desaströsen Hinrunde schafften die Oberberger zuletzt fünf Siege in Folge, sie sind in diesem Jahr noch ungeschlagen. Vater des Erfolges ist Interimstrainer Emir Kurtagic. „Die Mannschaft stand vor der Wahl: Entweder sie trainiert wie verrückt und haut sich in jedem Spiel bis zur Erschöpfung rein oder sie steigt ab“, erklärt Kurtagic.

Vollen Einsatz zeigten die wieder erstarkten Gäste auch gestern. Dennoch übernahmen die Platzherren von Beginn an die Führung in der Partie. Im Tor war Nationalspieler Silvio Heinevetter gut aufgelegt, er wehrte gleich ein paar Würfe ab, so dass die Berliner zu Gegenstößen kamen. Diese verwandelten dann mal Ivan Nincevic, mal Torsten Laen, vor allem aber Sven-Sören Christophersen. Der Rückraumspieler war mit acht Toren bester Berliner Werfer. 7:4 stand es nach 13 Minuten. Wenig später schloss Rechtsaußen Johannes Sellin einen Tempogegenstoß zum 10:6 ab. Nun aber drehte der einstige Rekordmeister auf, er schaffte einen 4:0-Lauf.

Die Füchse ließen sich nicht schocken, längst haben sie in der Liga ein hohes Maß an Stabilität auf hohem Niveau erreicht, zeigen auch in engen Spielen nur ganz selten Nerven. Auch deshalb liegen die Füchse seit langem auf Rang zwei und sind ärgster Verfolger des alles überragenden TWH Kiel. Nach dem Seitenwechsel konnten die Füchse einen komfortablen Vorsprung herauskämpfen. Mal waren es zwei, mal drei Tore. Gummersbach hielt zwar gut mit. Eine ernsthafte Gefahr aber war der VfL für die Füchse nicht.