Handball

Christophersen ist Erfolgsgarant der Füchse

Sven-Sören Christophersen wird für die Berliner Handball-Füchse immer wichtiger: Mit acht Toren gehörte er beim 32:30 im Champions-League-Duell gegen den HSV zu den entscheidenden Akteuren. Dabei hätte er eigentlich gar nicht spielen dürfen.

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Sven-Sören Christophersen strich sich mit der linken Hand durch die kurzen blonden Haare und lächelte. Acht Tore hatte er soeben im Champions-League-Achtelfinale gegen den HSV Hamburg erzielt und damit den Grundstein zum 32:30-Hinspielerfolg seines Teams gelegt. Übermut aber ist nicht sein Ding. „Ich bin froh, dass ich dabei war und meine Leistung bringen konnte“, sagte der Nationalspieler und blickte auf das Rückspiel am Sonntag in Hamburg voraus: „Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen, können uns aber nicht auf dem Zwei-Tore-Polster ausruhen.“

Natürlich sei man nach dem Sieg jetzt guter Dinge. „Aber jetzt müssen wir uns erst einmal auf das Liga-Spiel gegen Gummersbach konzentrieren.“ Am Dienstag empfangen die Füchse den VfL in der Max-Schmeling-Halle (20.15 Uhr), im Vorspiel trifft die A-Jugend auf Leipzig (17.45 Uhr).

Dass Christophersen gegen den HSV überhaupt hatte auflaufen können, ist dem zähen Ringen der Füchse-Verantwortlichen und der Einsicht der Europäischen Handballföderation (EHF) zu verdanken. Der Rückraumspieler lacht: „Ich habe ja erst am Freitag um 13.10 Uhr erfahren, dass ich spielen darf.“ Kurz zuvor hatte die EHF die Sperre gegen ihn aufgehoben, die nach einer Roten Karte verhängt worden war. So also konnte Christophersen sein Team führen. Und das tat er mit Bravour. Er übernahm in brenzligen Situationen Verantwortung auf dem Platz, erzielte aus dem halblinken Rückraum immer wieder leichte Tore. „Ich fühle mich in der Rolle wohl, eine tragende Säule zu sein“, sagt „Smöre“, der hinter Linksaußen Ivan Nincevic (137 Tore) mit 117 Liga-Teffern zweitbester Berliner Werfer ist.

Wechsel zur richtigen Zeit

Im Sommer 2010 war der 1,98 Meter große Christophersen von der HSG Wetzlar nach Berlin gewechselt, seitdem hat er sich stetig gesteigert. „Es war damals genau der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt“, sagt der Torjäger, „das Konzept und die Philosophie des Klubs passen zu mir. Bei den Füchsen fühlt sich alles richtig gut an. Es war das perfekte Umfeld, um mich weiterzuentwickeln.“

Mit seinen 26 Jahren befindet sich Christophersen jetzt auch in der Blüte der sportlichen Leistungsfähigkeit. „Ich bin an einem Zeitpunkt in meiner Karriere angelangt, an dem ich mich am Leistungsoptimum bewege, und ich will mit den Füchsen noch viel erreichen“, sagt der Rechtshänder.

Nächster Gegner Gummersbach im Aufwind

Dazu gehört auch die Qualifikation für die Champions League, die wie schon im Vorjahr wieder möglich ist. Die Voraussetzung dafür aber ist ein Erfolg am Dienstagabend gegen Gummersbach, damit würden die Berliner in der Beletage des deutschen Handballs Rang zwei festigen. Zudem haben die Füchse aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen. Im Oktober 2011 waren sie beim Traditionsklubs aus dem Oberbergischen nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Aber der VfL, der vor wenigen Wochen noch am Abgrund taumelte, kommt mit vier Siegen in Serie im Gepäck nach Berlin.

Die drohende Gefahr des erstmaligen Abstiegs scheint gebannt. Im Jahr 2012 ist Gummersbach in der Bundesliga noch ungeschlagen. „Deshalb ist dieses Spiel auch kein Selbstläufer“, warnt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und erwartet von seinen Profis, „dass sie sich voll und ganz konzentrieren“. Für Christophersen kein Problem, er sagt: „Unsere Stärke ist der Einsatzwillen und der Kampf. Egal, auf wen wir treffen.“