Vorzeitige Verlängerung

Nincevic bleibt bis 2013 bei den Füchsen Berlin

Nach seinem Einstieg als Aushilfe hat sich Ivan Nincevic zu einer festen Konstante bei den Berliner Füchsen gemausert. Der Rechtshänder ist derzeit bester Torschütze – dafür schlägt er auf dem Spielfeld auch schon mal über die Stränge.

Foto: Bongarts/Getty Images

Seine Stimme wird leise, der Blick sanft. Wenn Ivan Nincevic mit Söhnchen Luka spielt, zeigt er seine weiche Seite. Die Familie geht dem Kroaten über alles, gleich dahinter folgen dann aber auch schon die Füchse Berlin. „Ich fühle mich bei dem Klub richtig wohl, die Füchse sind mein großes Handball-Glück“, sagt der 30-Jährige und lacht.

Seine Laune ist prächtig, hat er doch endlich Gewissheit über die Zukunft. Der Hauptstadtklub verlängerte den Vertrag mit dem Linksaußen gestern vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2013.

„Ich freue mich, ein Teil der tollen Mannschaft zu sein. Wir wollen natürlich weiter so erfolgreich bleiben wie die letzten zwei Jahre, und dazu möchte ich meinen Teil beitragen“, sagte Nincevic, nachdem er den Kontrakt unterzeichnet hatte. Für Geschäftsführer Bob Hanning ist diese Entscheidung eine logische Folge seiner Personalpolitik. „Ich bin ein Mensch, der für Kontinuität steht, und freue mich deshalb, dass Ivan in Berlin bleibt.“

Mit 137 Bundesliga-Treffern ist der Kroate, der mit seiner Landesauswahl bei der EM im Januar in Serbien die Bronzemedaille gewonnen hatte, derzeit bester Torschütze seines Teams. In der Champions League hat er bereits 40 Treffer erzielt, am Sonntag fordert er mit den Füchsen im Hinspiel des Achtelfinals den Deutschen Meister HSV Hamburg heraus (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Und auch wenn die Berliner nicht favorisiert sind, so wollen sie doch ihre Chance vor heimischer Kulisse nutzen.

„Wir haben mit dem Einzug ins Achtelfinale in dieser Saison schon Geschichte geschrieben“, sagt Nincevic und lächelt verschmitzt: „Es sind zwei Spiele, da kann im Handball alles passieren. Ich denke dennoch, dass Hamburg der Favorit ist.“

Als Nincevic im Januar 2010 zu den Füchsen kam, war er nicht mehr als ein Nothelfer. Weil sich Konrad Wilczynski verletzt hatte, sollte der Kroate die Lücke auf Linksaußen kurzzeitig schließen. Das aber tat Nincevic so gut, dass er sich für einen Anschlussvertrag empfahl. Jetzt ist er aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken.

Aus der Aushilfe ist der Top-Torjäger der Füchse geworden. „Die Achse mit Colja Löffler ergänzt sich sehr gut und ist in sich stimmig. Die beiden zeigen auf der Position eine gute Performance“, lobt Bob Hanning.

Dabei ist Nincevic nicht immer leicht zu händeln. Im Spiel provoziert er gern, mit aufreizenden Gesten treibt er seine Gegner schon mal zur Weißglut. Der Rechtshänder eckt an, und damit kann er ganz wunderbar leben. „Das ist mein Spiel. Das ist mein Temperament“, sagt Nincevic, der in der Hafenstadt Zadar geboren wurde.

Manager Hanning schätzt genau das an dem Linksaußen, er sagt: „Ivan ist nicht angepasst, er hat seinen eigenen Kopf. Und er ist ein Mann, der ein ganzes Spiel entscheiden kann.“ Manchmal übertreibt es Nincevic auch. Dann versucht er einen Zauberwurf, obwohl ein gewöhnlicher Abschluss sicher zum Erfolg geführt hätte. Das treibt Trainer und Manager zum Wahnsinn. „Ich ärgere mich darüber am meisten“, sagt Nincevic und schiebt nach: „Ich kann aber nicht anders.“