Nationalspieler Christophersen

Füchse kämpfen mit Star-Anwalt gegen Sperre

Die Füchse Berlin wollen Einspruch gegen die Sperre von Nationalspieler Sven-Sören Christophersen einlegen. Doch die Chancen stehen schlecht. Wie es aussieht, muss der Bundesligist wohl ohne seinen Torjäger im ersten Achtelfinale der Champions League gegen den HSV Hamburg antreten.

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Die Chance auf Erfolg ist gering, aber die Füchse Berlin wollen sie nutzen. Mit Hochdruck arbeitet der Handball-Bundesligist am Einspruch gegen die Sperre von Nationalspieler Sven-Sören Christophersen in der Champions League. „Der schriftliche Einspruch wird der EHF spätestens am Mittwoch vorliegen“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und vertraut in dem Verfahren auf namhafte, juristische Hilfe. Der Hauptstadtklub wird von dem Sportjuristen Christoph Schickhardt beraten, der bereits mehr als 600 Fälle vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhandelt hat. Hanning: „Wir wollen nichts unversucht lassen und sind froh, dass sich mit Christoph Schickhardt ein Fußball-Staranwalt für die Gerechtigkeit im Handball einsetzt.“

Christophersen war für seine Rote Karte im letzten Gruppenspiel gegen Bjerringbro-Silkeborg/Dänemark (28:27) von der EHF am Montag für ein Spiel gesperrt worden. Allerdings war dem Platzverweis ein eher harmloses Foul des Nationalspielers vorangegangen, für das es nicht einmal einen Siebenmeter für die Dänen gegeben hatte. Auch deshalb hoffen die Berliner auf einen Freispruch. Die Folge einer Sperre würde die Füchse hingegen hart treffen, Torjäger Christophersen würde damit im ersten Achtelfinale der Champions League am Sonntag gegen den HSV Hamburg fehlen (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle). „Ich vertraue darauf, dass es eine kurzfristige Anhörung zum Fall bei der EHF gibt. Wir sind gerne bereit, dafür auch noch Ende der Woche nach Wien zu fahren“, so Hanning.

Länderspiel gegen Island

Den Ärger um die Sperre muss Christophersen heute Abend für 60 Minuten ausschalten, wenn er mit der deutschen Nationalmannschaft zum Länderspiel gegen Island (20 Uhr, Eurosport) antritt. Neben ihm und Torhüter Silvio Heinevetter darf sich erstmals auch Füchse-Rechtsaußen Johannes Sellin das Trikot des A-Teams überstreifen. Der 21-Jährige feiert sein Debüt in der Auswahl von Bundestrainer Martin Heuberger. „Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind“, jubiliert Sellin, „ich hätte niemals gedacht, dass das so schnell geht und freue mich riesig, dass Martin Heuberger die Leistung, die ich bis jetzt gezeigt habe, belohnt. Er kennt natürlich auch meine Stärken und Schwächen aus dem Junioren-Team.“ Nach dem Aus für Olympia 2012 bastelt Heuberger jetzt an einer schlagkräftigen Mannschaft für die Sommerspiele 2016. „Mit Johannes Sellin möchte ich einen jungen Spieler mit viel Potenzial testen“, sagt Heuberger, „denn ihm gehört die Zukunft.“