Handball

Stochl zeigt gegen Balingen eine Gala-Vorstellung

Es war die Krönung einer hervorragenden Leistung: Beim 28:20 gegen Balingen warf Füchse-Oldie Petr Stochl den Ball über 40 Meter ins gegnerische Tor – und das als Torwart. Da staunte auch Berlins früherer Regierender Bürgermeister Diepgen.

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Es waren 48 Minuten gespielt, da riss es die 8556 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle von ihren Sitzen. Petr Stochl hatte sich an der Torauslinie den Ball geschnappt und zog ab. Die Kugel segelte durch die Luft – und landete nach einem Flug über 40 Meter im leeren gegnerischen Tor. Der Tscheche riss den linken Arm empor und genoss den frenetischen Jubel der Fans.

Es war nur einer von vielen schönen Treffern beim 28:20 (9:8)-Erfolg der Füchse Berlin gegen HBW Balingen-Weilstetten , aber dieser des Torwarts war obendrein auch außergewöhnlich. Das honorierte auch Berlins früherer Regierender Bürgermeisters Eberhard Diepgen mit Applaus.

Hart umkämpfte erste Halbzeit

Die Füchse sicherten mit dem Sieg Rang zwei in der Bundesliga. „In der ersten Halbzeit hat es uns Balingen sehr schwer gemacht“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, „aber unsere Abwehr und Petr Stochl waren sehr gut.“ Auch Geschäftsführer Bob Hanning war froh über die zwei Punkte: „Das war ein wichtiger Sieg auf dem Weg nach Europa.“

Spiele gegen Balingen sind immer etwas Besonderes, die Schwaben suchen ihr Heil im körperbetonten Spiel. Mit Erfolg. Ursprünglich als Abstiegskandidat gehandelt, steht Balingen nun im gesicherten Mittelfeld. Und dass die Mannschaft auch guten Handball spielen kann, zeigte sie gestern gleich zu Beginn. Nach zehn Minuten lagen die Gäste gar in Führung (4:3), und das obwohl Torhüter Stochl glänzend aufgelegt war. Als Ersatz für den erkrankten Silvio Heinevetter war Jugend-Nationalkeeper Maximilian Kroll nachnominiert worden.

Feierstimmung statt Rückstand

Die Berliner Zuschauer ließen sich von dem Rückstand nicht beeindrucken, sie waren in Feierstimmung und trieben ihre Füchse lautstark nach vorn. Mit einem Doppelschlag leitete Linksaußen Ivan Nincevic die Wende ein und warf seine Mannschaft mit 5:4 in Führung. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, das jedoch auch von vielen Ballverlusten geprägt war, so dass nicht allzu viele Tore fielen. Das Halbzeitergebnis (9:8) erinnerte eher an Feld-Handball.

Gestärkt kamen die Berliner aus der Kabine, die Torlust war endlich geweckt und so zogen sie auf 14:10 (36.) davon. Ab Mitte der zweiten Halbzeit experimentierte Balingen mit einem siebten Feldspieler, was die Berliner für sich auszunutzen wussten. So wie auch Stochl, der das schönste Tor des Spiels erzielte. In den letzten fünf Minuten durfte dann noch Youngster Kroll im Tor ran. Bester Werfer der Berliner war Ivan Nincevic mit acht Toren.