Handball-Bundesligist

Warum die Berliner Füchse so erfolgreich sind

Die Mischung macht es: Im Kader der Füchse spielen regionale Talente gleichberechtigt mit internationalen Topstars. Doch nicht nur deshalb sind die Berliner zurzeit eine absolute Vorzeige-Mannschaft.

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Jedes Tor ist stets ein großes Vergnügen – für die eigenen Mitspieler und für die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle. Wenn ein Handballer der Füchse Berlin einen Treffer erzielt, rennt er mit erhobenen Armen an der Bank vorbei und klatscht schwungvoll mit den Kollegen. Nun ist ein Tor im Sport natürlich immer etwas Feines, aber den Hauptstadt-Handballern scheint dies besonders viel Spaß zu machen. Und geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude.

„Die Verbindung zwischen der Mannschaft und den Fans ist im letzten Jahr noch viel intensiver geworden“, sagt Trainer Dagur Sigurdsson, der am Sonntag mit seiner Mannschaft in der Champions League beim polnischen Topklub Kielce antritt (15.45 Uhr, Eurosport). Das mag an den Erfolgen der Füchse liegen, die sowohl in der Bundesliga als auch in der Königsklasse auf Erfolgskurs liegen, aber eben auch an der Außenwirkung des Teams. Die Sympathie ist groß, das beweist jetzt auch die Wahl zur „Mannschaft des Jahres“. Sigurdsson: „Wir sind ein eingeschworenes Team.“

Welche Kraft die Berliner aus ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit herausziehen, das hat gerade erst wieder einmal die vergangene Woche gezeigt. So brachten sie in der Champions League dem ungarischen Rekordmeister Veszprem eine historische Heimniederlage (24:33) bei, ehe sie dann nur 48 Stunden später im Liga-Spitzenspiel die millionenschweren Rhein-Neckar Löwen deklassierten (35:28). Dabei zeigten sich die Füchse mit breiter Brust und immer bereit, dem Mitspieler zur Seite zu springen. „Wenn bei uns einer den Zweikampf verliert, dann ist der Nächste von uns da und dann wieder der Nächste“, sagt Nationalspieler Sven-Sören Christophersen. Man helfe sich gegenseitig und reiße sich immer mit.

Dagur Sigurdsson hat die Mannschaft, in der internationale Topstars wie Torsten Laen, Silvio Heinevetter oder Iker Romero neben aufstrebenden deutschen Spielern wie Colja Löffler und Johannes Sellin gleichberechtigt stehen, zu einem Team geformt, das in der Spitze Europas mithalten kann. Das Achtelfinale in der Champions League ist zum Greifen nah, und auch in der Runde der letzten 16 muss noch nicht Schluss sein.

Bei aller Leistung ist den Füchsen Missgunst fremd. Im Gegenteil, „jeder Spieler kann in jedes Zimmer gehen und fühlt sich dort wohl“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning, und Kapitän Laen ergänzt: „Wir verstehen uns auch privat alle gut.“ Diese Harmonie ist ein Ergebnis der gelungenen Einkaufspolitik. Seit Jahren achten die Füchse darauf, Spieler zu verpflichten, die vom Charakter her in die Philosophie des Klubs passen. Erfolg nicht um jeden Preis heißt das Credo im Fuchsbau, organisches Wachsen ist ebenso eine Maxime wie die Ausbildung regionaler Talente. Hanning und Sigurdsson bewiesen bislang ein exzellentes Händchen bei der Personalsuche. Das Gerüst der Mannschaft steht seit mindestens zwei Jahren, zudem sind die deutschen Talente zu gestandenen Bundesligaspielern gereift. Eine erfolgreiche Mixtur.