Handball-Champions League

So wollen die Berliner Füchse Atletico stoppen

Gegen das Topteam Atletico Madrid sind die Berliner klarer Außenseiter. Füchse-Star Iker Romero kennt die Spanier aus unzähligen Duellen. Er warnt besonders vor deren defensiver Flexibilität. Dabei spielen sie eigentlich sehr durchsichtig.

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Natürlich gibt es in der Champions League keine schwachen Gegner. Der polnische Vizemeister Kielce beispielsweise, vor vierzehn Tagen bei den Füchsen zu Gast und mit 30:27 bezwungen, gehört sicherlich zu den besten Handball-Adressen Europas. Nur wenige Teams aber verbreiten den ganz besonderen Glanz. So wie die Mannschaft, die am Sonntag in der Schmeling-Halle (15.30 Uhr) zu Gast ist. Atletico Madrid, einstmals Ciudad Real, ist der Rolls Royce in der Bel Etage des europäischen Handballs.

„Es gibt einiges, was diese Mannschaft so besonders macht“, sagt Iker Romero, der sich vor seinem Wechsel nach Berlin im vergangenen Sommer mit dem FC Barcelona zahllose Duelle mit dem heutigen Gegner lieferte. „Sie wissen zu jeder Zeit, was sie wann und warum tun. Viele Mannschaften spielen ihren Stil, ob sie mit fünf Toren führen oder zurückliegen. Atletico kann seine Verteidigung von einer Minute zur nächsten auf Dich einstellen.“

Intensive Videoanalyse

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson kann sehr griffig beschreiben, was er über das Team aus Madrid bei der Videoanalyse in Erfahrung gebracht hat. „Es ist nicht schwer zu sehen, was sie machen“, sagt der isländische Trainer, „aber sehr schwer zu stoppen.“ Das Team sei sehr routiniert, clever und auf wirklich jeder Position zweifach gleichwertig besetzt, spiele vor zwei exzellenten Torhütern die wahrscheinlich beste 5-1-Deckung der Welt. „Irgendwie müssen wir unsere Tore machen“, sagt der Füchse-Trainer, „und uns müssen auch einige überraschende aus Schnellangriffen gelingen.

Aus Positionsangriffen zu Treffern zu kommen, wird sehr schwer und kostet unglaublich viel Kraft.“ Über Madrids Abwehr konnte sich Sigurdsson mit Romero austauschen, der mit Barca über Jahre gegen das Bollwerk angerannt ist. Über den Angriff der heutigen Gäste wusste Füchse-Kapitän Torsten Laen einiges, weil der 2009 mit den Spaniern die Champions League gewinnen konnte. „Ich kenne den Trainer und auch noch viele der Spieler“, sagt Laen. „Dieses Team heute ist sicher eine Nummer größer als alle unsere Gegner zuvor. Aber wir haben eine Chance, sind bereit und freuen uns auf die Herausforderung.“