Handball

Fuchs Markus Richwien hat große Ziele

Erst zur EM, dann zu Olympia: Der Berliner Handballer Markus Richwien (26) will sich beim Supercup empfehlen. Denn jetzt kämen seine perfekten Jahre, sagt er.

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Welche Nummer sein Trikot ziert, ist ihm nicht wichtig. Markus Richwien muss sogar kurz überlegen, ehe es ihm einfällt. „Die 23 ist es, ja genau“, sagt der Handballprofi und lacht, „das Trikot wurde ja ganz frisch für mich beflockt, aber die Zahl ist mir eigentlich wurscht, Hauptsache ist, ich kann spielen und mich präsentieren.“ Und das durfte er am Donnerstag denn auch, zum Auftakt des Supercups kam Richwien am Abend gegen Dänemark zu seinem sechsten Länderspiel. Am Sonnabend gegen Schweden und am Sonntag gegen Spanien folgen die Einsätze sieben und acht.

Erst am vergangenen Sonntag hatte Bundestrainer Martin Heuberger den Rechtsaußen der Füchse Berlin für den Supercup nachnominiert, nachdem Richwien beim Liga-Duell gegen den THW Kiel stark aufgespielt hatte. „Markus stand schon immer in meinem Fokus, er hat sich seine Nominierung zurecht erkämpft“, sagt Heuberger und gerät ins Schwärmen: „Vom Charakter ist er ein ganz feiner Kerl, man kann sich jederzeit auf ihn verlassen. Allerdings muss er jetzt im Hinblick auf die EM Gas geben.“ Die kontinentalen Titelkämpfe finden im Januar in Serbien statt und sind für die deutsche Auswahl die letzte Chance, sich für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren.

Richwien nimmt die Herausforderung nur allzu gern an. „Ich werde mich voll reinhauen und hoffe, meine gute Form aus der Bundesliga auch in der Nationalmannschaft zu zeigen.“ Er sei nun 26 Jahre alt, sagt er, „jetzt kommen meine perfekten Handball-Jahre, die will ich nutzen.“ Das Selbstvertrauen in die eigene Stärke stimmt, der gelernte Bankkaufmann strahlt Stärke aus. „Ich bin zurzeit einfach richtig gut drauf“, sagt er.

Dass er jetzt so forsch seine sportlichen Ziele formulieren kann, daran war vor wenigen Wochen noch gar nicht zu denken. Eine Reizung der Patellasehne im rechten Knie hatte den gebürtigen Magdeburger mehrere Monate lang außer Gefecht gesetzt. Noch immer ist die Verletzung nicht ganz ausgeheilt, aber Richwien fühlt sich dennoch gut. In der Vorbereitung und beim Saisonstart der Füchse hatte der Linkshänder gefehlt, erst Ende September feierte er sein Comeback. „Ich bin selbst überrascht, wie schnell ich wieder das Topniveau erreicht habe, umso mehr freut mich die Nominierung für den Supercup“, sagt Richwien, der im Trainingslager in Liebenberg bei Berlin eingekleidet wurde. Er lacht: „Diese Klamotten will ich nicht mehr hergeben.“

Bei den Füchsen hat sich Richwien auch wieder den Status als Nummer eins auf seiner Position zurückerkämpft. In seiner Abwesenheit hatte Junioren-Weltmeister Johannes Sellin auf Rechtsaußen brilliert, jetzt aber hat Richwien seinen Stammplatz wieder. Seit sechs Jahren spielt er schon in Berlin, im Sommer 2012 läuft sein Vertrag aus. Und Richwien kann sich gut vorstellen, auch weiter für die Füchse auf Torejagd zu gehen. „Sportlich läuft es super, ich bin die Nummer eins auf Rechtsaußen und wir spielen in der Champions League.“ Fehlt eigentlich nur noch die Teilnahme an der EM, egal mit welcher Rückennummer.