Handball

Füchse Berlin haben nur noch Madrid im Kopf

Nur ein Remis beim VfL Gummersbach - diesen Rückschlag wollen die Berliner Füchse schnell abhaken. Denn am Sonntag kommt Atletico Madrid zum Champions-League-Knaller.

Überrascht war er nicht. Schon vor dem Spiel hatte Markus Richwien gewarnt: „Zu Hause ist Gummersbach immer gefährlich, obwohl der Kader nicht mehr so gut besetzt ist wie in den vergangenen Jahren.“ Und leider – aus Sicht der Berliner – sollte er recht behalten. In einer umkämpften Partie hieß es am Ende 28:28 (13:12) zwischen dem Gastgeber und dem Team von Trainer Dagur Sigurdsson, das erst zum zweiten Mal in dieser Bundesligasaison Punkte abgab. „Wir haben es nicht geschafft, die nötige Sicherheit in unser Spiel zu bringen“, befand Richwien. „Das ist ein Rückschlag, weil wir als Mannschaft keine optimale Leistung abgerufen haben.“

Für den 26-Jährigen selbst galt das nicht, besonders in der ersten Halbzeit spielte er stark und hielt sein Team mit vier Treffern überhaupt in der Partie. Und auch wenn für Richwien nach dem Seitenwechsel kein weiteres Tor notiert werden konnte – der Linkshänder kommt nach langer Leidenszeit immer besser in Form. „Ich fühle mich gut, obwohl die Verletzung noch nicht ganz ausgeheilt ist“, sagt er. Eine Reizung an der Patellasehne des rechten Knies hatte ihn mehrere Monate außer Gefecht gesetzt, Vorbereitung und Saisonstart fanden ohne den gebürtigen Magdeburger statt. Doch schon beim Sieg gegen Lübbecke vor zwei Wochen unterstrich Richwien mit sieben Toren, dass er wieder da ist.

Es wird auch Zeit, mag man meinen. Denn in seiner Abwesenheit spielte sich Youngster Johannes Sellin (20) in den Vordergrund, um den Posten des Rechtsaußen ist ein Konkurrenzkampf entbrannt. „Es ist toll, zwei gute Leute auf einer Position zu haben“, freut sich Coach Sigurdsson. Und auch Richwien kann der Situation Positives abgewinnen: „Das hilft uns beiden, Top-Leistungen abzurufen.“

Die wird Richwien auch brauchen, wenn er sich seinen Traum, die Rückkehr in die Nationalmannschaft, erfüllen will. „Ich denke schon, dass ich den Sprung in den Kader schaffen kann“, sagt er. Während der Verletzung habe sich Nationaltrainer Martin Heuberger über seinen Zustand erkundigt. „Das heißt, dass ich im Blickfeld bin.“

Doch erst einmal stehen mit den Füchsen die nächsten Highlights an, am Sonntag kommt Atletico Madrid zum Champions-League-Knaller. „Zu Hause stehen die Chancen 50:50“, richtet Richwien eine Kampfansage an den Favoriten. Vielleicht liegt er ja auch mit dieser Prognose richtig.