Niederlage gegen Göttingen

Berliner Füchse verlieren erstmals in neuer Saison

Blackout in Göppingen: Handball-Bundesligist Füchse Berlin hat mit 24:26 (9:12) bei Frisch Auf verloren. Er kassierte damit nach vier Siegen in Serie die erste Pleite in dieser Saison.

Es waren erst siebeneinhalb Minuten gespielt, aber Velimir Petkovic sah schon recht verzweifelt aus. Gerade eben hatte der Trainer von Frisch Auf Göppingen eine Auszeit genommen und noch einmal beruhigend auf seine Spieler eingeredet: „Spiel ist da, aber wir haben keine Geduld, sagte der Bosnier in Diensten der Göppinger. Vielleicht werden jene Worte künftig auf Trainertagungen der Handball-Bundesliga angewendet und zur Nachahmung empfohlen, denn sie bildeten den Ausgangspunkt für eine mehr als kuriose Partie mit unfassbaren Höhen und Tiefen und einem am Ende überraschenden Sieger.

0:5 lag Göppingen zum Zeitpunkt der ersten Auszeit und den Worten Petkovics gegen die Füchse Berlin zurück, der Drittletzte der Tabelle sah wie der sichere Verlierer aus, zumal die Gäste kurz darauf durch Sven-Sören Christophersen gar das sechste Tor erzielten. Es war totenstill in der Hohenstaufenhalle. Aber was dann folgte, dürfte als jüngstes Wunder in die Geschichte der Göppinger Arena eingehen. Während die Hausherren nach ihrem ersten Treffer durch Pavel Horak nach 9.34 Minuten Tor um Tor heran kamen, lief bei den Füchsen fast nichts mehr zusammen. In der Abwehr wirkten die Berliner plötzlich unaufmerksam, im Angriff kehrte unerklärliche Hektik ein. Die Folge: Der komfortable Vorsprung schmolz binnen Minuten. Erst mussten die Füchse den Ausgleich hinnehmen (8:8, 23.), dann lagen sie bereits zur Halbzeit mit drei Toren zurück – 9:12.

Und als nach dem Wechsel der Rückstand gar auf sieben Treffer anwuchs, gab wohl niemand mehr etwas auf die Gäste aus der Hauptstadt. Dass sie noch einmal heran kamen und den Rückstand auf 23:25 (58.) verkürzten, lag mehr an der Göppinger Nachlässigkeit, denn an eigener Stärke. Am Ende siegten die Gastgeber hochverdient 26:24 und sorgten somit dafür, dass die Berliner im fünften Ligaspiel erstmals in dieser Saison als Verlierer das Feld verließen.

Eine gleichermaßen ärgerliche wie vermeidbare Pleite, für die der überragende Göppinger Torwart Bastian Rutschmann aber eine profane Erklärung bereit hielt. „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte er. „Wir wussten, dass wir nur über den Kampf kommen konnten, und das war auch der Grund, warum wir die Füchse heute geschlagen haben“, so Rutschmann.

Für die Füchse gilt es nun, die Schmach rasch zu verarbeiten. Sonntag schon folgt der erste Auftritt überhaupt in der Champions League. Und es bedarf schon einer erheblichen Leistungssteigerung, um in der Auswärtspartie bei Medwedi Moskau nicht ähnlich einzugehen wie gestern Abend in Göppingen.