Sieg gegen Potsdam

Füchse Berlin ziehen in nächste Pokalrunde ein

Handball-Bundesligist Füchse Berlin ist mühelos in die dritte Runde des DHB-Pokals eingezogen. Der Champions-League-Starter gewann am Abend bei Zweitligist VfL Potsdam mit 38:25 (23:8).

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Schon das Warmmachen geriet zur großen Gaudi. Erst mit dem Fuß-, kurz darauf mit dem Handball versuchten die Spieler der Füchse Berlin, sich gegenseitig abzuschießen und feixten dabei jungenhaft herum. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen am Dienstagabend. Als es dann aber losging im ersten Pokalspiel der neuen Saison, war die Konzentration beim Bundesligisten voll da, und so besiegten die Berliner den Zweitligisten VfL Potsdam vor 600 Zuschauern souverän mit 38:25 (23:8). Damit sind die Füchse weiter im Rennen um den Einzug ins Final Four am 5./6. Mai 2012 in Hamburg.

„Meine Mannschaft hat von Beginn an konzentriert gespielt und ihre Aufgabe gut erledigt“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson zufrieden. Am Sonntag empfangen die Füchse in der Bundesliga Wetzlar in der Max-Schmeling-Halle (17.30 Uhr).

Mit dem VfL Potsdam trafen die Berliner auf einen Klub, mit dem sie seit Jahren einen engen Kontakt pflegen. Die beiden Mannschaften kennen sich gut, haben schon oft gegeneinander Testspiele bestritten. Am Dienstagabend aber ging es erstmals um einiges Mehr. „Ich sehe das Spiel als eine Werbung für unseren Sport im regionalen Umfeld“, hatte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning vor dem Anwurf über das Berlin-Brandenburger Derby gesagt. Und die 100 angereisten Füchse-Fans wurden nicht enttäuscht.

Zunächst bot Sigurdsson jene Spieler auf, die auch schon den glänzenden Bundesliga-Start mit drei Siegen in drei Spielen gesichert hatten. Nach zehn Minuten führten die favorisierten Berliner bereits sicher mit 10:1, danach brachte der Coach dann mehr und mehr die Profis aus der zweiten Reihe, damit diese Spielpraxis sammeln können.

Wie etwa Markus Richwien. Der Rechtsaußen laboriert seit Wochen an einer Verletzung der Patellasehne, konnte in der Bundesliga noch nicht eingesetzt werden. Am Dienstagabend nun spielte der Linkshänder von Beginn an, dafür wurde Johannes Sellin geschont. Am Anfang fehlte ihm noch die Bindung, dann aber kam er immer besser ins Spiel und erzielte sehenswerte Tore. Ebenfalls mehr Einsatzzeiten als in der Eliteliga erhielten die im Sommer nach Berlin gewechselten Jonathan Stenbäcken und Evgeni Pevnov.

Die Potsdamer waren für die Füchse kein gleichwertiger Gegner, die Zuschauer hatten aber trotz der deftigen Niederlage ihren Spaß. Auch weil die Berliner nicht nachließen und dem Gastgeber damit den nötigen Respekt entgegenbrachten. Sowieso herrscht zwischen beiden Klubs eine große Sympathie. „Wir sind freundschaftlich eng verbunden, was hier in den zurückliegenden Jahren gewachsen ist, das kann sich sehen lassen“, sagt Manager Hanning, der im vergangenen Jahr auch die Idee zu einer Kooperation der beiden Vereine hatte.

„Man muss auch mal quer denken und nicht nur auf den eigenen Teller schauen“, sagt Hanning. Es wäre der erste Zusammenschluss eines Berliner und eines Brandenburger Vereins. Die Vorteile sind klar: Talentierte Spieler können in der Region gehalten werden und sich in der zweiten Liga für die Beletage des deutschen Handballs empfehlen. Das Projekt ist zudem für Sponsoren in beiden Bundesländern attraktiv. Die Pläne sind zwar noch nicht umgesetzt worden, aber die Gespräche laufen. Hanning: „Wir arbeiten daran, die Kooperation auf die Beine zu stellen.“