Handball

Wilczynski gibt alles für die Füchse Berlin

Linksaußen Konrad Wilczynski ist bei den Füchsen Berlin nur noch zweite Wahl. Denn sein Vertrag wird nicht verlängert. Doch seinem Spiel merkt man das nicht an.

Foto: Jörg Krauthöfer

In der Handball-Bundesliga ist es Usus, dass nach Toren Musik eingespielt wird. Seit dieser Saison hat jeder Akteur der Füchse Berlin sogar seine ganz persönlichen Klänge. Linksaußen Konrad Wilczynski genießt dieses Privileg bereits schon viel länger. Immer wenn der Österreicher in den zurückliegenden Jahren traf, ertönte der Après-Ski-Hit „Anton aus Tirol“, und die Zuschauer schunkelten auf den Rängen mit. Dazu kamen die Anhänger der Hauptstadt-Handballer in dieser Saison aber nur selten, Wilczynski ist bei den Füchsen nur noch zweite Wahl. In den letzten beiden Partien des Jahres aber bewies der flinke Linksaußen nach langer Durststrecke endlich wieder sein Können. „Es tut mir gut, dass ich das Vertrauen des Trainers bekommen habe“, sagt Wilczynski und ist erleichtert: „Das ist ein sehr gutes Gefühl, ich bin wie befreit.“

Beim Sieg in Lübbecke (27:22) und zuvor im Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf (36:28) war Wilczynski mit fünf bzw. zehn Toren jeweils bester Werfer seines Teams und legte mit seinen starken Leistungen den Grundstein für einen erfolgreichen Jahresabschluss der Füchse, die nun sensationell als Tabellenzweiter in die WM-Pause gehen und beste Aussichten haben, in ihrer vierten Bundesligaspielzeit in den Europapokal einzuziehen. Auch dank Wilczynski, der seit 2006 bei den Füchsen unter Vertrag steht. „Ich habe in Berlin etwas mitgestalten dürfen“, sagt er. Dennoch ist der Linksaußen in der laufenden Saison hinter dem Kroaten Ivan Nincevic nur noch zweite Wahl, zwei Tage vor Weihnachten erfuhr Wilczynski dann, dass sein im Sommer 2011 auslaufender Kontrakt beim Hauptstadtklub nicht verlängert wird.

„Das hat mich nicht überrascht“, sagt der Publikumsliebling, „ich hatte eine Verletzung zu einem blöden Zeitpunkt und musste dann lange auf meine Chance warten. Aber so ist der Profisport, das gehört dazu.“ Wilczynski hatte sich bei der EM im Januar an der Wurfhand verletzt, fiel lange aus. Für ihn war Nincevic nachverpflichtet worden, und der Kroate empfahl sich mit starken Leistungen für eine Weiterbeschäftigung als Nummer eins auf Linksaußen.

„Ich hatte fünf schöne und erfolgreiche Jahre in Berlin und werde versuchen, das gut zu beenden“, sagt Wilczynski, der für Österreich bei der WM antritt, „wir haben alle das Ziel Europa. Das gilt auch für mich. Dabei will ich den Füchsen helfen.“ In seiner derzeitigen Form dürfte das klappen.