EHC Eisbären

Ein neuer Sprinter für die Eisbären

Stürmer Sean Backman sorgt bei den Eisbären für mehr Geschwindigkeit. Dabei sollen ihm die größeren Eisflächen in Europa zugutekommen.

Sean Backman (l.) wechselte von den Ontario Reign zu den Eisbären

Sean Backman (l.) wechselte von den Ontario Reign zu den Eisbären

Foto: Jan-Philipp Burmann / City-Press GbR

Berlin.  Auf dem Eis mag es Sean Backman rasant. Beim Allstar-Treffen der American Hockey League (AHL) war der Kanadier im vergangenen Jahr sogar schnellster Schlittschuhläufer. Um die Eisfläche zu umrunden, brauchte er nur gut 14 Sekunden. Privat hätte der Eisbären-Zugang allerdings nichts dagegen, wenn es sein Sohn etwas weniger eiliger hätte. Am 8. September starten die Eisbären mit einem Heimspiel gegen Nürnberg in die neue Saison – und in etwa zur gleichen Zeit erwarten Backman und seine Frau die Geburt ihres ersten Kindes. „Ich hoffe, er lässt sich so lange Zeit, bis das Spiel vorbei ist“, sagt der 31-Jährige.

Dem Kanadier werden Europas große Eisflächen zugutekommen

Ablenken lässt er sich von den besonderen Umständen zu Hause nicht. In der Vorbereitung zieht Backman bislang genauso gut mit wie alle anderen Spieler auch. „Da bin ich sehr professionell“, sagt er. Genau wegen dieser Einstellung haben ihn die Eisbären verpflichtet. Sportdirektor Stéphane Richer glaubt, dass Backman die größere Eisfläche in Europa sehr zugutekommen wird, weil er dort seine Geschwindigkeit noch besser ausspielen kann. Auch er selbst meint: „Wenn man ein guter Skater ist und mehr Platz hat, dann kann das nur von Vorteil sein.“

Berlin ist Backmans erste Auslandsstation. Auch privat war er vorher erst einmal in Europa: Das war in Portugal, als Zehnjähriger. Die vergangenen sieben Jahre verbrachte er in der AHL, erst in Bridgeport, dann im Trikot der Manchester Monarchs und nach deren Umzug zuletzt zwei Jahre für die Ontario Reign. Dabei handelt es sich um das Farmteam von NHL-Klub Los Angeles Kings, die Anfang des Jahres die Kontrolle bei den Eisbären übernommen hatten – beide Vereine gehören der amerikanischen Anschutz Entertainment Group.

Der Traum von der NHL liegt auf Eis

Er habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, nach Europa zu wechseln, sagt Backman. Dann hätten die Verantwortlichen im Sommer die Möglichkeit erwähnt, in Berlin zu spielen. „Das war ein fließender Übergang“, so der Flügelstürmer, der allerdings betont, dass er nicht zu den Eisbären beordert wurde, sondern sich aus freien Stücken für den Wechsel nach Berlin entschieden habe.

Sein Vater Mike hatte in den frühen Achtzigerjahren 28 Partien in der nordamerikanischen Profiliga für die New York Rangers absolviert. Später trainierte er seinen Sohn und auch Jonathan Quick, mittlerweile einer der besten Torhüter der NHL und mit den Los Angeles Kings zweimaliger Gewinner des Stanley Cups. Mit ihm spielte Sean Backman früher regelmäßig auf der Straße, inzwischen sind sie verschwägert, nachdem Quick dessen Schwester geheiratet hat. Backmans andere Schwester heiratete ein paar Jahre später Matt Moulson, NHL-Spieler in Diensten der Buffalo Sabres.

Von seinem eigenen NHL-Traum hat sich Backman dagegen vorerst verabschiedet. Seine Zukunft liegt in Berlin. Kurzzeitig dachten seine Frau und er sogar daran, ihren Sohn nach der Stadt zu nennen, in der er zur Welt kommen wird, zumindest als zweiten Namen. „Das hätte vom Klang her auch gut gepasst“, sagt Backman. Am Ende entschieden sie sich dann aber doch für einen anderen Namen.

Mehr zum Thema:

Viel Eiszeit für schnelle Beine bei den Eisbären

Stéphane Richer: „Wir müssen mehr Tore schießen“

Die Eisbären wollen beißen, nicht nur spielen

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.