Eisbären Berlin

Spätestens in vier Jahren zum nächsten Titel

Torjäger Petersen aus Iserlohn ist der erste Zugang der Eisbären. Das Team soll sich weiterentwickeln und um die Meisterschaft spielen.

Topstürmer Nicholas Petersen, den alle nur Nick rufen, kommt aus Iserlohn zu den Eisbären

Topstürmer Nicholas Petersen, den alle nur Nick rufen, kommt aus Iserlohn zu den Eisbären

Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa

Berlin.  Zunächst ging der Blick zurück. Kurz nur, aber noch immer mit reichlich Wehmut. Genau eine Woche nach dem Aus im Viertelfinale kam die sportliche Leitung des EHC Eisbären zusammen, um vor allem nach vorn zu schauen. Doch im Resümee der aktuellen Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) musste Uwe Krupp auch das loswerden. „Wir hätten alle vier Mannschaften schlagen können“, sagte der Trainer der Berliner und bezog sich dabei auf die Halbfinalisten, die sich gerade duellieren.

Solche Worte klingen im Nachhinein stets etwas eigenartig. Was Krupp aber vorrangig damit ausdrücken wollte, präzisierte er noch einmal: „Wir waren eine bessere Mannschaft als im Jahr davor.“ Nach zwei Jahren des Scheiterns im Pre-Play-off nun die Hauptrunde auf Platz zwei abzuschließen, war ein Fortschritt. Dass es trotzdem lediglich zum Einzug in das Viertelfinale reichte, liefert ihm und Sportdirektor Stefan Ustorf sowie Manager Peter John Lee genügend Arbeitsansätze für die nächsten Monate. „Sommer“, seufzt Krupp, „das hört sich nach Urlaub an. Den gibt es bei uns aber gar nicht.“

Verhandlungen mit Mark Olver, Tallackson und Jurcina

Ein kleiner Teil der Aufgabe ist immerhin schon erledigt. Ustorf verkündete, dass Stürmer Nicholas Petersen aus Iserlohn für zwei Jahre nach Berlin wechselt. Fraglos eine Personalie, die die Eisbären voranbringen sollte. „Nick ist ein offensivstarker Außenstürmer“, sagt Ustorf. Der 26-Jährige Kanadier spielt seit drei Jahren in der DEL, die erste Saison davon in Schwenningen. In Iserlohn avancierte der großgewachsene, robuste Angreifer zu einem treffsichersten Profis der Liga. Mit jeweils über 20 Toren reihte sich Petersen als Vierter sowie Fünfter in den zurückliegenden Spielzeiten in der Torjägerliste der DEL ein.

Doch das ist natürlich erst der Anfang. Sieben Abgänge stehen bereits fest (Mulock, Haase, Pohl, Bell, Nastiuk, Kuji, Filin), vielleicht werden es noch mehr. Das möchte Ustorf jedoch vermeiden. Mit den Stürmern Mark Olver und Barry Tallackson wird ebenso verhandelt wie mit Verteidiger Milan Jurcina. „Wir haben Interesse daran, mit allen drei weiterzuarbeiten, aber da kommt auch das Geschäftliche hinzu“, so Ustorf. Sollte Olver bleiben, wird noch ein weiterer Mittelstürmer gesucht.

Bedarf in der Offensive

Überhaupt liegt der Bedarf der Berliner mehr in der Offensive. Im kurzen Rückblick auf die Gründe des Ausscheidens gegen die Kölner Haie nannte Krupp die Effizienz als wesentlichen Faktor. Darauf wird nun das Augenmerk gerichtet, Zugänge sollen die Berliner besonders in der Durchschlagskraft weiterhelfen und Spielmacherqualitäten hinzufügen.

Unter Druck sehen sich die Berliner dabei nicht, sechs Ausländerlizenzen sind derzeit vergeben. Acht oder neun sollen es bis zum Saisonbeginn sein. Umsehen werden sie sich überall, in Nordamerika, in Europa, bei der WM in Russland. „Wir wollen versuchen, uns zu verbessern“, erzählt Ustorf und formuliert dabei auch Ansprüche an junge Spieler: „Ich erwarte, dass Sven Ziegler den nächsten Schritt macht.“ Der Stürmer (21) soll wie Verteidiger Kai Wissmann (19) mehr spielen.

Krupp nicht im Stab von Sturm

Um sich voll auf die Eisbären zu konzentrieren, wird Trainer Krupp nicht in den Stab von Bundestrainer Marco Sturm aufrücken. Der sucht ein Trainerteam, das ihm für die WM im Mai und die Olympiaqualifikation im September zur Verfügung steht. „Das ist eine gute Entscheidung. Da kommt doch einiges auf ihn und das deutsche Eishockey zu“, so Krupp, der im August bereits mit dem EHC in der Champions Hockey League antritt.

Die Gruppenauslosung dafür ist am 3. Mai, einen Tag zuvor müssen die Profis mit dem individuellen Sommertraining anfangen. Am 25. Juli kommt die Mannschaft wieder in Berlin zusammen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft, mit dem, was aufgebaut wurde von Uwe und Stefan“, sagt Manager Lee zum Ende der Ausführungen und blickt schon einmal voraus: „Wenn wir weiter oben mitspielen, schaffen wir in den nächsten drei, vier Jahren unsere Meisterschaft. Da bin ich sicher.“