DEL

Hochspannung in der Eishockeyliga lockt die Zuschauer

Vier Spitzenklubs droht in dieser Saison das frühe Scheitern. Auch den Kölner Haien, bei denen die Eisbären am Sonntag zu Gast sind.

Volle Hallen in der DEL

Volle Hallen in der DEL

Foto: Picture Alliance / BM

Berlin.  Zum Jahreswechsel war es, da erwähnte Uwe Krupp, dass die Enge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den Stressfaktor in dieser Saison ziemlich nach oben treibe. An seine Worte fühlte man sich beim Auftritt des EHC Eisbären am Freitag in Iserlohn unweigerlich erinnert. 3:0 geführt, nach Penaltyschießen 3:4 verloren. In der DEL ist wenig vorhersehbar in diesen Tagen. In einer Woche endet die Hauptrunde, aber fest steht vier Spieltage vor Schluss nur wenig. Stattdessen befindet sich die ganze Liga in Hochspannung.

Immerhin weiß Krupp, dass seine Berliner sicher im Viertelfinale stehen. Daher ließ sich mit der Niederlage noch einigermaßen umgehen. „Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Ich glaube, das war von den vier Spielen gegen Iserlohn unser bestes“, so der Trainer. Dass Platz eins nun wieder an München abgegeben werden musste, passt nicht zum Plan. Um das angestrebte Heimrecht im Viertelfinale zu sichern, brauchen die Eisbären nun noch mehr Zeit. In Köln können sie diesem Ziel am Sonntag aber ein gutes Stück näher kommen.

Keine klaren Favoriten

Die Haie zählen derweil zu jenen Klubs, für die diese Saison böse enden kann. Unter die Top Sechs werden sie es kaum mehr schaffen – genau wie Titelverteidiger Adler Mannheim, die Hamburg Freezers und Vizemeister Ingolstadt. Es ist nicht mal sicher, dass diese vier es ins Pre-Play-off schaffen, denn zwischen Platz sieben und zwölf liegen nun vier Punkte. Straubing und Augsburg bedrängen die Großen. „Mit unserer Mannschaft ist das ein absolutes Unding“, so Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp zu der Gefahr des Scheiterns.

So aufgewühlt präsentierte sich die DEL selten. Klare Favoriten sind nicht mehr auszumachen, die Meisterschaft erscheint völlig offen. An der Tabellenspitze herrscht Abwechslung. „In diesem Jahr ist es wirklich extrem“, sagt Ligachef Gernot Tripcke. Für die DEL ein Gewinn, denn die Zuschauer nehmen die Spannung gern an und kommen in die Hallen wie nie zuvor.

Liga vor Besucherrekord

Derzeit liegt der Durchschnitt bei 6554 Fans pro Partie. Der Hauptrundenrekord aus dem Vorjahr (6419) wird sicher fallen, zum sechsten Mal in Folge. Auch die Bestmarke inklusive Play-off von 2013/14 (6571) dürfte kaum Bestand haben. „In den Zuschauerzahlen spiegelt sich die Ausgeglichenheit der Liga wider“, so Tripcke. Die DEL floriert, sie schließt fast zur dritten Fußballliga auf (6800) und lässt Handball (4860) sowie Basketball (4326) sehr weit hinter sich.

Der ganze Stress, den Uwe Krupp mit den Eisbären aushalten muss, lohnt sich also. Obwohl dem Trainer etwas mehr Klarheit lieber wäre, in den Spielen wie in der Tabelle. Dort wissen derzeit lediglich Krefeld und Schwenningen, dass die Saison nach den nächsten vier Partien vorüber ist. Bei allen anderen zwölf Klubs der DEL geht es noch um verschiedene Dinge.