Eisbären Berlin

Stefan Ustorf: „Wir haben eine Chance, Meister zu werden“

Der Sportliche Leiter der Eisbären glaubt, dass die Krisenjahre der Berliner vorüber sind. Am Dienstag kommt Schlusslich Krefeld.

Trainer Uwe Krupp (l.) und Sportdirektor Stefan Ustorf liegen mit ihrer Arbeit richtig

Trainer Uwe Krupp (l.) und Sportdirektor Stefan Ustorf liegen mit ihrer Arbeit richtig

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Berlin.  Mit etwas Glück kann der EHC Eisbären am Dienstag den Einzug in das Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) perfekt machen. Der Zweite empfängt die Krefeld Pinguine, den Tabellenletzten (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena). Sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde sind die beiden zurückliegenden Jahre voller Probleme und Enttäuschungen weit weg. Die Morgenpost sprach mit Stefan Ustorf (42), dem Sportlichen Leiter, über die Wandlung des Teams und neue Ziele.

Berliner Morgenpost: Herr Ustorf, die entscheidende Phase der Saison läuft und die Eisbären haben sogar überzählige Spieler. Nach zwei Jahren mit vielen Verletzungen fühlt sich das sicher wunderbar an.

Stefan Ustorf: Wenn man das vergleicht, haben wir jetzt ein Luxusproblem. Es ist schön, wenn man aus dem Vollen schöpfen kann.

Welche Gedanken begleiten Sie jetzt vor dem Play-off?

Wir haben extrem schwere Spiele vor uns. Es wird noch sehr viel Arbeit, um den Platz zu festigen, auf dem wir liegen. Wir wollen in den Top Vier bleiben, wir wollen Erster werden, um möglichst lange Heimrecht zu haben.

In dieser Saison fiel auf, dass die Eisbären nach zwei Jahren ohne Viertelfinale wieder in der Lage sind, Lösungen für fast alle Probleme zu finden. Selbst in schwierigen Situationen. Was sagt Ihnen das?

Dass die Mannschaft gefestigt ist in ihrem Stamm. Jeder weiß, es wird nicht immer alles perfekt sein, aber sie wollen sich da durcharbeiten. Die Jungs haben uns allen gezeigt, dass die Leistungen der letzten beiden Jahre nicht das sind, was sie wirklich draufhaben. Das wollten sie auch beweisen. Das ist charakterlich eine einwandfreie Truppe. Das war sie auch letzte Saison, aber wir konnten mit ein paar Veränderungen noch einmal positiv Einfluss nehmen den Charakter der Mannschaft.

Die Einschätzung, die sie im vergangenen Sommer von der Mannschaft hatten, wurde also bestätigt?

Viele sagten damals, dass wir zu wenig verändern. Viele hatten uns nicht auf dem Zettel. Wir hatten bisher das richtige Gefühl mit dem Team. Wobei wir natürlich noch nichts erreicht haben.

Was war denn die größte Herausforderung in dieser Saison?

Die Jungs dazu zu kriegen, dass sie an Uwe Krupps Weg glauben. Dass sie wieder an sich selbst glauben. Ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie das Potenzial, das wir in ihnen sehen, auch wieder abrufen können. Sie haben das angenommen und waren bereit, Veränderungen mitzugehen. Das sind Veränderungen im Trainingsbetrieb, im System, sehr eishockeyspezifische Sachen. Aber eine Mannschaft, die schon so lange in ihrem Stamm zusammen ist und sich eine gewisse Art und Weise angeeignet hat, ihre Dinge zu tun, die muss man erst mal dazu bringen, dass sie Kleinigkeiten verändert.

Welche Rolle spielt Trainer Uwe Krupp in diesem Prozess?

Er ist verantwortlich dafür, dass er die Jungs dazu bringt, seinen Weg mitzugehen. Das hat er geschafft. Ein Faktor ist natürlich der Respekt vor ihm, nur sehr wenige Spieler in Deutschland haben das erreicht, was er erreicht hat. Das genügt aber nicht. Die Spieler müssen dir abnehmen, dass das, was du ihnen jetzt verkaufst, für sie das Richtige ist, um Erfolg zu haben. Da geht es auch viel darum, wie man das verkauft.

Hat Sie die Entwicklung der Mannschaft selbst überrascht?

Wenn ich jetzt ja sage, hätte ich meinen Job nicht richtig gemacht und alle würden denken, wir hätten nur Glück. Nein, ich war davon überzeugt.

Zum Transferende wurde mit Milan Jurcina prominente Verstärkung geholt. Drückt dieser Wechsel ein verändertes Selbstverständnis aus nach enttäuschenden Jahren?

Sein Wechsel ist ein Zeichen für unsere Mannschaft und für den Rest der Liga, dass wir das Gefühl haben, dass wir dieses Jahr etwas erreichen können. Die Mannschaft muss daran glauben, dass wir um den Titel mitspielen können. Wir sind absolut der Meinung, dass wir eine Chance haben, Meister zu werden.