Eishockey

Eisbären holen sich die Tabellenführung wieder zurück

Die Eisbären setzen sich souverän mit 5:2 gegen die Hamburg Freezers durch. Die Gäste hatten dabei einen Schwachpunkt.

Guter Beginn: Berlins Andre Rankel (3.v.l.) macht in der 3. Minute das Tor zum 1:0

Guter Beginn: Berlins Andre Rankel (3.v.l.) macht in der 3. Minute das Tor zum 1:0

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Die erste Spielhälfte war gerade vorüber, da geschah in der mit 13.304 Zuschauern gefüllten Mercedes-Benz Arena Ungewöhnliches. Aus dem Gästeblock stimmten Fans der Hamburg Freezers tatsächlich „Dynamo, Dynamo“-Rufe an.

So etwas erleben sie beim EHC Eisbären nicht oft, beim 5:2 (3:2, 1:0, 1:0)-Sieg war die gesungene Anerkennung für Berlin zumindest nicht unberechtigt. Und die Abkehr der Hamburger Anhänger von ihren Lieblingen wohl auch nicht.

Denn während sich die Hausherren die Tabellenführung zurückeroberten, dürften die enttäuschenden Gäste als Zehnter die direkte Play-off-Qualifikation mit solch mäßigen Auftritten am Ende wohl noch verpassen.

Keine Hilfe unter Brüdern

Nun gehören beide Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ja zum Unterhaltungs-Imperium der Anschutz Entertainment Group aus Amerika, doch Hilfe unter Brüdern gibt es deswegen nicht. Auch wenn es im ersten Drittel erst einmal danach aussah.

Denn die Führung durch EHC-Kapitän Andre Rankel (3.Minute) wurde durch das Gegentor des erst kürzlich verpflichteten Hamburgers Dan Spang (4.) schnell wieder hergeschenkt, auch den Schlenzer von EHC-Verteidiger Henry Haase (10.) konnten die Hamburger durch Jerome Flaake (16.) noch einmal ausgleichen.

Beide Male hatten die Hausherren nach eher harmlosen Schüssen nicht genug vor dem eigenen Kasten gearbeitet, um die von Torwart Petri Vehanen jeweils etwas zu gerade nach vorn abgewehrten Abpraller wegzuräumen. „Das müssen wir dringend abstellen“, forderte EHC-Stürmer TJ Mullock in der ersten Drittelpause bessere Abwehrarbeit.

Schuss ins leere Hamburger Tor

Immerhin führte der EHC da schon wieder durch Constantin Brauns Schlenzer zum 3:2 (19.). Hamburgs Torwart Sebastien Caron sah dabei nicht gut aus, kurz nach der Pause wurde er gar ausgewechselt.

Denn nur 35 Sekunden nach Wiederbeginn war Caron derart weit aus seiner Position, dass Eisbären-Stürmer Spencer Machacek unbedrängt einschieben konnte. Das Spiel war dann nach 21 Minuten entschieden, mehr als einen Pfostenschuss durch David Wolf brachten die Gäste nicht mehr zustande.

Andre Rankel traf dagegen noch einmal ins am Ende ganz verlassene Hamburger Tor (58.). „Wir haben im Gegensatz zu den vorherigen Heimspielen konsequenter gearbeitet und verdient gewonnen“, sagte Rankel.

Nun steht eine zweiwöchige Nationalmannschafts-Spielpause an, die Rankel mit Constantin Braun und Marcel Nobels beim neuen Bundestrainer Marco Sturm in Garmisch verbringt. Dort stehen allerdings keine Länderspiele an, der frühere NHL-Star hat neben vier Trainingseinheiten vor allem Teambuilding-Maßnahmen angesetzt.

Diesen ungewöhnlichen Weg gehen die drei Berliner als Tabellenführer sicher besonders gut gelaunt an.