2:5-Niederlage

Die Eisbären enttäuschen im Spitzenspiel gegen München

Die Niederlage der Berliner gegen die Gäste schmerzt doppelt: Durch das 2:5 verloren die Eisbären auch die Tabellenführung an München.

Für Eisbär Barry Tallackson gab es gegen die Gäste aus München kein Durchkommen

Für Eisbär Barry Tallackson gab es gegen die Gäste aus München kein Durchkommen

Foto: imago sportfotodienst / imago/Contrast

Das war wieder nichts, wie schon bei den beiden Freitagabend-Heimspielen zuvor haben die Berliner Eisbären enttäuscht. Diesmal sogar mit gravierenden Folgen, denn die Berliner büßten mit dem 2:5 (0:3, 2:2, 0:0) gegen den EHC München in der DEL die Tabellenführung ein. Die Gäste, mit dem ehemaligen Meistertrainer der Eisbären, Don Jackson, und nur zwei Punkten Rückstand angereist, entthronten die Berliner vor 13.917 Zuschauern und setzten sich mit einer überzeugenden Leistung an die Spitze.

Es dauerte genau 1:47 Minuten, da war es um die Vorsätze der Eisbären, hoch konzentriert, aggressiv, aber auch diszipliniert aufzutreten, geschehen. Eben war noch ein Schlenzer von Jens Baxmann haarscharf am langen Pfosten des Münchner Tores vorbei gesegelt, da fing auf der anderen Seite Verteidiger Toni Söderholm einen Pass der Gastgeber ab, lief noch drei, vier Schritte ließ Eisbären-Goalie Petri Vehanen hart und platziert nicht den Hauch einer Chance – 0:1, Fehlstart.

Als die Gäste nachlegten, hatten die Hausherren gerade ein Überzahlspiel nicht nutzen können. Münchens Frank Mauer nahm einen Bilderbuchpass von Daryl Boyle in alle Schnittstellen der Berliner Abwehr in vollem Lauf mit und überwand Vehanen zum 0:2 (6.) abermals mühelos. Von der Entschlossenheit, mit der die Gäste ihre Chancen nutzen, blieben die Eisbären, ja immerhin noch Tabellenführer, auch in der Folge weit entfernt. Das 0:3 kassierten sie durch einen Bauerntrick von Jerome Samson, als T.J. Mulock auf der Strafbank saß (13.). Nahezu sträflich vergaben die Berliner auch noch die Chance, als 1:51 Minuten lang mit Mats Christensen und Söderholm gleich zwei Gäste Strafen absaßen. Statt des ersehnten Anschlusstreffers im Spiel fünf gegen drei gab es die ersten Pfiffe – verständlich, auch dieses Überzahlspiel war alles andere als zwingend.

Die beiden letzten Freitagabend-Heimspiele hatten die Eisbären mit 2:7 gegen Düsseldorf und 2:5 gegen Ingolstadt verloren. Und die Frage, ob diese Serie vielleicht noch durchbrochen werden konnte, war im zweiten Dritten bald beantwortet. Dieses Mal bediente Boyle Keith Aucoin, der völlig frei vor Vehanen stand und die Sache mit dem 0:4 (22.) noch klarer machte. Während die Fans ein „Aufwachen, Aufwachen!“ anstimmten, erlöste Eisbären-Coach Uwe Krupp seinen Torhüter, der an allen vier Gegentoren völlig schuldlos gewesen war. Kevin Nastiuk ging für Vehanen zwischen die Pfosten.

Ob es der Torwartwechsel war, der die Gastgeber etwas mehr in Schwung brachte, wird unklar bleiben. Aber ihr Spiel wurde zielstrebiger, was das Ergebnis auch etwas ansehnlicher machte. Mark Bell verkürzte in seinem dritten Spiel nach fast einem Jahr Verletzungspause zum 1:4 (29.) und Florian Busch in Unterzahl auf 2:4 (30.). Es dauerte allerdings nicht lange, bis das „Jetzt geht’s los!“ der Fans wieder verstummte, Schuld daran war Konrad Abeltshauser mit seinem Treffer zum 2:5 (32.). Das Spiel war entschieden.

Die Eisbären werden es begrüßen, der Niederlage nicht allzu lange nachhängen zu müssen. Am Sonntag (17.45 Uhr) sind die Hamburg Freezers in der Mercedes-Benz Arena zu Gast. Die sind derzeit nicht sonderlich gut in Form. Die Chance, mit einem Erfolgserlebnis in die Nationalmannschaftspause zu gehen, ist zumindest noch da.