Kampf um die DEL-Spitze

Das Duell Berlin gegen München fühlt sich an wie ein Endspiel

Die Eisbären empfangen Verfolger Red Bull München. Es geht um die beste Ausgangsposition fürs Play-off. Es gibt eine gute Nachricht.

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Berlin.  Das kleine Einmaleins reicht völlig aus, um die Ausgangslage vor dem Spiel der Eisbären gegen den EHC München am Freitag (19.30 Uhr) erschöpfend zu beschreiben. Die Berliner sind mit 77 Punkten Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die vom ehemaligen Berliner Meister-Trainer Don Jackson angeführten Gäste sind mit zwei Punkten Rückstand Zweite.

Mit einem Sieg könnten sich die Gastgeber Luft im Kampf um die Vorrunden-Meisterschaft verschaffen, mit einer Niederlage wäre der Platz an der Sonne dahin. Ein echtes Spitzenspiel also, möglicherweise sogar richtungweisend, denn bis zum Play-off sind danach nur noch neun Spieltage zu absolvieren.

Eine gute Nachricht gab es beim Abschlusstraining in der Mercedes-Benz Arena. André Rankel ging, nachdem er durch ein Foul im letzten Spiel gegen Straubing verletzt worden war, erstmals wieder mit seinem Team aufs Eis und konnte danach gut gelaunt verkünden: „Ich bin fit, werde gegen München spielen.“

Eine Nackenverletzung sei es gewesen, ähnlich wie bereits im November. Damals habe er damit noch weiter gespielt und sei dann zwei Wochen ausgefallen. Dieses Mal war er gleich zur Therapie ins bayrische Oberstauf gereist. „Wenn du weißt, was es ist, ist die Sache in zwei Tagen erledigt.“

Die Eisbären müssen im Topspiel an ihre Grenzen gehen

Auch mit Kapitän Rankel müssen die Eisbären wohl an ihre Grenzen gehen, um die Hierarchie in der Liga zu festigen. „Es gilt, einfach und schnell aus der eigenen Zone zu spielen“ erklärt Rankel. Ein paar Fehler könnten die Partie vielleicht schon entscheiden. „Aber“, sagt der Kapitän, „wir sind Tabellenführer, haben das entsprechende Selbstvertrauen und wollen auch ganz oben bleiben.“

Gegen einen Gegner, der gut in Form ist. Die Münchner reisen mit vier Siegen in Folge an und konnten auch die letzten beiden Vergleiche gegen die Eisbären mit 2:1 und 3:0 für sich entscheiden, alllerdings mit Heimvorteil. Die letzten beiden Freitagabend-Heimspiele der Berliner gegen Düsseldorf (2:7) und Ingolstadt (2:5) trugen zudem nur wenig zur Tabellenführung bei.

Ziel ist, am Wochenende sechs Punkte zu holen

Auch nur annähernd so viele Gegentore gegen München dürften wohl erneut zu einem erneut enttäuschenden Resultat führen. „Wie wir da aufgetreten sind, hätten wir auch gegen einen Zweitligisten verloren“, gesteht Stürmer Marcel Noebels, derzeit der beste deutsche Punktesammler im Team.

„Mit Vollgas“ wollen seine Mannschaft und er in „das Spiel um Platz eins“ gehen, sagt der Nationalspieler. „Die Münchner spielen noch offensiver als wir, was eigentlich fast nicht möglich ist. Der Druck wird enorm sein, wenn man die Scheibe hat. Wir müssen bereit sein, uns gegenseitig zu unterstützen.“

Noebels blickt auch schon gleich noch ein Stück weiter voraus: „Am Sonntag kommt Hamburg zum Derby, da brennt es sowieso immer.“ An diesem Wochenende sechs Punkte zu holen, wäre „schon gut“, denn so langsam würde sich ja die Tabelle in Richtung Play-off sortieren.

Trainer Krupp muss 1000 Euro Strafe zahlen

Eisbären Coach Uwe Krupp erwartet, dass sich seine Mannschaft gegen München „von ihrer besten Seite zeigt“. In den letzten beiden Vergleichen sei Don Jacksons Team „zwar einen Tick besser gewesen“, seine Eisbären hätten zuletzt aber nach zuvor 15 Gegentoren in drei Spielen beim 2:1 gegen die Straubing Tigers die gewünschte Reaktion gezeigt: „Jeder hat verstanden, dass wir besser spielen müssen.“

Krupp ist von der Deutschen Eishockey Liga (DEL) übrigens zu 1000 Euro Strafe verurteilt worden (500 Euro davon zur Bewährung), nachdem er kürzlich in Düsseldorf auf die Tribüne verwiesen worden war und danach die Schiedsrichter kritisiert hatte.

Der Berliner will die Strafe kompett bezahlen, unabhängig von der Bewährung. Sie soll an den Förderverein des Eishockey-Nachwuchses gehen. „So wird immerhin noch was Gutes draus“, so Krupp.