Diesen Moment in seinem zweiten Wechsel konnte ihm keiner nehmen. „Das ist ein gutes Gefühl“, sagte Mark Bell nach seinem schnellen Treffer, vor dem er ein Jahr wegen Verletzungen pausiert hatte: „Ich wünschte nur, es hätte mehr gebracht.“ Das Tor des Stürmers verhalf dem EHC Eisbären zwar zum 1:1, das Spiel gegen den ERC Ingolstadt verloren die Berliner dennoch 2:5.

Nach Einschätzung von Sturmkollege Florian Busch, der mal wieder in der Abwehr aushelfen muss, kam das Ergebnis zustande, weil „wir zu viel wollten, das kann auch nach hinten losgehen“. Trainer Uwe Krupp machte dagegen eher ein Zuwenig aus. „Wir müssen unsere Intensität erhöhen“, sagte Krupp.

Aus Drei- wird Vierkampf

Von Haus aus ist die gar nicht so gering, nur die Voraussetzungen sind derzeit unterschiedlich. Elf Spiele vor dem Ende der Hauptrunde geht es für viele Mannschaften darum, sich überhaupt für das Play-off in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu qualifizieren. Bei Ingolstadt war das so, bei den Straubing Tigers am Sonntag ist es so (14.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena). Die Berliner selbst sind fast sicher dabei. „Die Mannschaft, die gewinnen musste, hat gewonnen“, sagte Krupp nach der Partie gegen die Oberbayern.

Und: „So ein Dreikampf an der Tabellenspitze ist etwas anderes als der Kampf um einen Pre-Play-off-Platz. Da geht es mit anderen Bandagen zur Sache.“ Die da unten spielen mit einer gewissen Verzweiflung. Die da oben brauchen das nicht. Und wenn diese letzte Entschlossenheit fehlt, passieren Dinge wie gegen Ingolstadt.

Während Krupp dies sagte, war aus dem Dreikampf an der Spitze ein Vierkampf geworden. Red Bull München mit Ex-EHC-Trainer Don Jackson hat sich eingereiht und liegt als Vierter nur noch zwei Zähler hinter dem Tabellenführer aus Berlin. Vielleicht treibt die zunehmende Enge da vorn die Eisbären zu dem Plus an Intensität, das Krupp fordert.

Schlägerfouls verringern

Damit zum Beispiel weniger Schlägerfouls passieren, die die Eisbären zuletzt häufig zurückgeworfen haben. „Da geht es um Fokus“, sagt der Trainer. Wer sich etwa nicht richtig positioniert, hat in den Zweikämpfen schlechtere Ausgangspositionen. Diese kleinen Nachteile summieren sich schnell, wenn die Aufmerksamkeit nicht vollständig da ist.

Da nun schon zwei Heimspiele in Folge verloren wurden, und zwar deutlich mit 2:7 gegen Düsseldorf und nun Ingolstadt, wird Krupp für die folgenden drei Heimpartien gegen Straubing, München (5. Februar) und die Hamburg Freezers (7. Februar) bis zur Februarpause erhöhtes Interesse daran haben, seiner Mannschaft mehr Konzentration abzuverlangen. Aber natürlich auch darüber hinaus. „Diese letzte Runde wird sehr hart“, sagt er. Fast alle Gegner bis zum Hauptrundenende sind sich ihrer Play-off-Positionen nämlich nicht sicher.