Hartmut Nickel findet die Idee toll. Wer weiß denn, ob es heute das alles gäbe, den Klub, die Arena, die vielen Titel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Wenn damals nicht eine kleine Rumpftruppe in Weißwasser alle überrascht hätte. Am 23. Januar 1966 war es, als die Männer des SC Dynamo erstmals DDR-Meister wurden.
Als Außenseiter beim großen Favoriten, vor 10.000 Zuschauern im Freiluft-Eisstadion von Weißwasser. Am Freitag werden die Männer von einst geehrt, vor großer Kulisse beim Nachfolgeklub. „Das ist eine Bombensache, was sich die Eisbären da ausgedacht haben“, sagt Hartmut Nickel.
Nickel und Karrenbauer noch im Klub
Er schoss damals das 1:0 für die Berliner, Bernd Karrenbauer den Siegtreffer zum 2:1. „Weißwasser war eigentlich übermächtig, die Vorzeichen waren ungleich“, so Nickel, der drei Jahre zuvor erst aus Weißwasser nach Berlin gewechselt war. Später war er noch bei 14 weiteren DDR-Meisterschaften dabei, als Spieler, als Trainer.
Nach der Wende arbeitete Nickel fast durchgängig beim EHC, der aus Dynamo hervorgegangen ist. Heute ist er immer noch Berater der sportlichen Leitung, Karrenbauer gehört zum Betreuerstab der Mannschaft des Rekordmeisters der DEL.
Im Rahmen der Partie gegen Düsseldorf am Freitag wird das erste Meisterteam der Berliner noch einmal in den Mittelpunkt rücken (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena). „Ohne die Erfolge der Pioniere von damals, die das Eishockey auch in der schweren Zeit am Leben gehalten haben, gäbe es jetzt auch kein Eishockey in der Mercedes-Benz Arena“, sagt EHC-Geschäftsführer Peter John Lee.
Ein Dutzend wird erwartet
Nicht alle ehemaligen Spieler konnten der Einladung folgen, fünf sind bereits verstorben. Doch ein Dutzend wird am Freitag in der Arena erwartet, unter ihnen DDR-Eishockeylegende Joachim Ziesche. „Viele haben die Halle noch gar nicht gesehen. Die werden beeindruckt sein“, so Nickel vor dem 50. Jubiläum der ersten Meisterschaft.
In welcher Weise der Klub die Helden von einst ehrt, weiß Nickel noch nicht. „Alle haben sehr geheimnisvoll getan und alle Türe von mir geschlossen“, so der 71-Jährige. Vielleicht wird ein Banner unter das Dach gezogen, das erscheint ihm möglich.





