Eishockey

Heim-Debakel für die Eisbären

Die Eisbären kassieren in der DEL eine deftige Pleite gegen Nürnberg. Weil im letzten Drittel das Chaos bei den Berlinern regiert.

Für Eisbär Mark Olver (Mitte) gibt es gegen die Nürnberger Brandon Segal, Matt Murley und Kyle Klubertanz (v.l.n.r.) kein Durchkommen

Für Eisbär Mark Olver (Mitte) gibt es gegen die Nürnberger Brandon Segal, Matt Murley und Kyle Klubertanz (v.l.n.r.) kein Durchkommen

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Die Schlangen vor den Eingängen der Mercedes-Benz Arena waren am Freitag etwas länger als sonst. Es staute sich, weil die Einlasskontrollen sorgfältiger durchgeführt wurden. Die Anschläge vor einer Woche in Paris bewegten die Verantwortlichen dazu, das Sicherheitskonzept anzupassen. Dadurch begann das Spiel zwischen dem EHC Eisbären und den Nürnberg Ice Tigers zehn Minuten später als geplant. Und Feuerwerk, wie sonst üblich vor den Partien der Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), gab es diesmal auch nicht.

Zündende Ideen fehlten den Eisbären auch auf dem Eis. Im neunten Heimspiel der Saison mussten die Berliner vor 12.510 Zuschauern die zweite Niederlage hinnehmen. Im Spitzenspiel der Tabellennachbarn unterlag der EHC den Franken nach einem katastrophalen letzten Drittel 2:6 (1:1, 1:1, 0:4) und fiel auf Rang fünf zurück.

Spielfreudig kamen die Berliner aus der Kabine und setzten die Franken gleich unter Druck. Mark Olver vollendete einen Pass von Florian Busch zum Führungstreffer (9.). Es war das erste Tor von Olver, der Ende Oktober nach Berlin kam, in der DEL. Im Überschwang des Treffers wirbelte plötzlich sogar die vierte Sturmreihe der Eisbären unerwartet leichtfüßig durch die Abwehr der Gäste. Doch ein Fehler von Sven Ziegler leitete den Konter von David Steckel ein, der ausglich (13.).

Bei den Berlinern häufen sich die Fehler

Etwas zu verspielt wirkte plötzlich der Ansatz der Berliner gegen ruhige, abwartende Nürnberger. Die bahnten sich nun öfter den Weg zum Tor, während die Eisbären zunehmend Fehler begingen. Henry Haase etwa verschuldete einen Penaltyschuss, den Leo Pföderl vergab (18.). So konnten die Berliner erneut vorlegen, Verteidiger Bruno Gervais traf (22.). Diesmal ausnahmsweise nicht von der Blauen Linie, sondern direkt aus Abstauberposition. Doch eine Unaufmerksamkeit der vierten Reihe begünstigte erneut den Ausgleich, den Steven Reinprecht erzielte (25.).

Viele Strafzeiten brachten die Eisbären anschließend aus dem Rhythmus, Nürnberg spielte kontrollierter, jedoch zunächst nicht zwingend. Ein Aussetzer in der Defensive ermöglichte Reinprecht trotzdem seinen zweiten Treffer (46.).

Das hatten die Berliner kaum verarbeitet, da schlug Patrick Reimer zu (49.) und stürzte die EHC-Abwehr in eine chaotische Schlussphase. Dies nutzte Nürnbergs ehemaliger NHL-Superstar Dany Heatley umgehend zum 2:5 (50.), Pföderl traf auch noch (54.)